Weiß-Tanne Kieferngewächse / Pinaaceae Foto: Kuratorium Baum des Jahres
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Weißtanne
Abies alba
(Miller, 1768)
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Die Weißtanne Abies alba (Miller, 1768) ...
... ist Baum des Jahres 2004
Die Weiß–Tanne – Riesin und Mimose unter Europas Baumarten.
Im Jahr 2004 steht ein Baum im Mittelpunkt, der heute in Deutschland zu den seltensten heimischen Baumarten gehört. Sein Name ist den meisten Menschen bekannt, obwohl sie ihn eigentlich nicht kennen. Zur Weiß–Tanne (wissenschaftlich Abies alba Miller) gibt es viel Interessantes zu berichten und botanisch richtig zu stellen, und sie bedarf dringend unserer stärkeren Beachtung und Förderung. Sie wird im Volksmund auch achtungsvoll Edel–Tanne genannt.
Ist tatsächlich jeder immergrüne Nadelbaum eine Tanne ?
Nein! Nur weil auch sie im Winter grüne Nadeln tragen und alle zu Weihnachten oft als Tannenbäume angeboten werden, sind weder Fichten noch Douglasien botanisch Tannen. Die Weiß–Tanne ( botanisch Abies alba Miller ) aber ist wirklich eine Tanne.
Woran erkennt man eine Weiß–Tanne – was ist für sie charakteristisch?
Der junge Baum ist gleichmäßig wie ein Kegel – der alte hat oft eine Storchennest–Krone. Die Nadeln sind flach und weich. Die Zapfen stehen, sie hängen nicht. Die weiß–graue Borke ist namensgebend – ist sie es?
Habitus – Typisch ist ihr Habitus, ihr Erscheinungsbild. Der junge Baum wächst gleichmäßig mit einem dominierenden Wipfeltrieb. Die ideale Weihnachtsbaumform!
Borke – Der Name Weiß–Tanne ist vermutlich auf die helle, weiß–graue Borke älterer Tannen zurückzuführen. Sie ist zunächst glatt. Im Alter wird sie schuppig mit zahlreichen Harzblasen.
Alter und Größe – Höchstalter liegen um 500 bis 600 Jahre. Sie erreicht einen Stammdurchmesser von 2 m höchstens 3 m.
Nadeln – Die Nadeln sind 1 cm bis 4 cm lang, weich und an der Spitze stumpf. An der Oberseite sind sie dunkelgrün, auf der Unterseite haben sie zwei helle Streifen.
Blüte und Zapfen – Weiß–Tannen blühen erst spät in ihrem Leben, nämlich mit etwa 50 Jahren. Und eine stärkere Blüte tritt nur alle 3–5 Jahre auf. Die hängenden männlichen Blüten (es handelt sich um Einzelblüten) und die aufrecht stehenden weiblichen Zapfen–Blütenstände sind voneinander getrennt in der Krone verteilt. Letztere reifen im Herbst zu Tannenzapfen heran.
Und nun zurück zu den Weihnachtstellern. Bei den bis zu 16 cm großen reifen Tannenzapfen am Baum ist zunächst bemerkenswert, dass sie nicht wie bei fast allen anderen Nadelbäumen hängen, sondern wie Kerzen auf den Zweigen stehen. Das kann richtig schick aussehen, so als ob die Natur selbst die Weihnachtsbaumkerzen erfunden hätte. Und bei der Reife, dann, wenn der Wassergehalt der Zapfen 40% unterschreitet, fallen die Samen (zu zweit mit ihren Schuppen) im Herbst und Winter nach und nach von der Zapfenspitze beginnend aus der Krone herunter – oder richtiger sie segeln, denn sie haben einen Flügel, der sie zu Schraubdrehfliegern macht. Schließlich stehen nur noch die Spindeln der Zapfen auf den Ästen und mancher Naturfreund hat sich schon gefragt, was das denn für Spieße auf den Tannenzweigen sind.
Auf den Weihnachtstellern oder auf dem Waldboden können daher gar keine Tannenzapfen liegen, denn sonst hätte jemand in die Spitze der Tannenkronen klettern und die Zapfen herunterholen müssen! Weil Tannenzapfen nicht als Ganzes vom Baum fallen, im Gegensatz zu Fichten– und Kiefernzapfen.
Text und Bild: Kuratorium Baum des Jahres
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