Die Wilde Tulpe Tulipa sylvestris (Linnaeus, 1753) ...... ist Blume des Jahres 1983Kaum noch zu entdecken in unserer KulturlandschaftDie
Tulipa sylvestris L., die
Wilde Tulpe, auch als
Wald–Tulpe bezeichnet, ist eine der wenigen
Tulpen, deren Blüten einen wohlriechenden Duft haben. Früher entdeckte man sie relativ häufig auf naturbelassenen Waldwiesen und vor allem auch in Weinbergen, die – nicht wie heute – einer intensiven Bodenbearbeitung unterworfen werden. Wie die
Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen, die die
Wilde Tulpe für 1983 zur
Blume des Jahres kürte, mitteilt, wächst sie heute bei uns, in Mittel– und Südeuropa, nur noch an wenigen Stellen. Worauf es dieser Blume um zu Überleben ankommt, das sind basenreiche Lehm– oder Kalksteinböden, Gebüsche, Baumgärten, die bereits erwähnten niedrig bleibenden Waldwiesen und mildbehandelte Weinberge.
Daran jedoch vor allem mangelt es in der zersiedelten Kulturlandschaft. Ihr Lebensraum verringert sich stetig.
Ebenfalls ein ZwiebelgewächsDie
Wilde Tulpe‚ meist einzelstehend, gehört zur Familie der
Liliaceen, ist – wie die
Gelbe Narzisse (
Blume des Jahres 1981) – ebenfalls ein Zwiebelgewächs und blüht in den Monaten April und Mai. Die Blüte ist gelb, äußerlich auch grünlich, die Blütenblätter spitz auslaufend, der Kelch offen. Er sitzt oben auf dem Stängel, der am Fuß breite linear– lanzettlich gestaltete Blätter trägt. Sie wird, je nach Standort, 20 bis 40 cm hoch. Die vielen Tulpenzüchtungen, die im Frühjahr in großer Fülle und Verschiedenartigkeit die Gärten, aber auch die Blumenläden schmücken, ließen den Rückgang der
Wilden Tulpe fast unbemerkt. Dabei ist sie ähnlich wie die
Gelbe Narzisse (
Blume des Jahres 1981) eine der bemerkens– und liebenswertesten Frühlingsblumen, deren Verschwinden diese vielbesungene Jahreszeit farblich düsterer und in ihrer Vielfalt ärmer werden lässt. Ein Warnzeichen von vielen, das zur Besinnung mahnen sollte.
Text und Bild: Stiftung Naturschutz Hamburg
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