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Wald–Akelei
Foto: Stiftung Naturschutz Hamburg
Wald–Akelei
Aquilegia vulgaris
  (Linnaeus, 1753)

Die Wald–Akelei   Aquilegia vulgaris (Linnaeus, 1753) ...
... ist Blume des Jahres 1985

Sie war ehemals so häufig, dass man ihre jungen Sprösslinge im Frühjahr erntete und sie wie frische Spargelkeime zubereitete. Heute ist sie längst derart gefährdet, dass sie seit Jahren auf der „Roten Liste“ der vom Aussterben bedrohten Arten steht. Die „Stiftung zum Schutz gefährdeter Pflanzen“ unter der Präsidentschaft von Frau Hannelore Schmidt wählte die Wilde– oder Wald–Akelei, die Gemeine Akelei, wie sie ebenfalls genannt wird, analog zum „Vogel des Jahres“, 1985 zur „Blume des Jahres“, um auf ihre Gefährdung akzentuiert hinzuweisen – und das völlig zu Recht.

Vorwiegend auf Kalkböden
Sie zählte früher zu den „ausdauernden, häufig vorkommenden Kräutern“ in Europa, Nordasien und Nordamerika, die in Wäldern, auf Waldwiesen, vorwiegend auf Kalkböden zahlreich anzutreffen war und für allerlei Zwecke, auch in der Arzneikunde (sie ist leicht toxisch), Verwendung fand. Heute kommt sie „gezähmt“ und in vielen Variationen als Zierpflanze in den Gärten vor, etwa mit angezüchteten braunroten, außen gelblichen Blüten, mit rein gelben, sehr lang gespornten und auch mit scharlachroten Blüten.

Intensiv blau
Die Wilde Akelei oder Wald–Akelei hat große, doppelt dreiteilige Blätter und einzelstehende, langgestielte Blüten, deren fünf Blütenblätter ein zweilippiges, hohles, gesporntes mit der Öffnung nach unten und mit dem am Ende umgerollten Sporn nach oben gerichtetes Organ bilden, das eine intensiv blaue Farbe aufweist, eine schöne, eigenartige Blüte – die schon aus diesem Grunde, dort wo sie noch vorkommt, leicht entdeckt werden kann, und dann fast immer auch gepflückt wird, so dass sie weiterhin stark gefährdet bleibt. Ihre wenigen Standorte zu schützen erweist sich als schwierig.

Von Hummeln besucht
Variationen in der Farbe, auch bei der wildwachsenden Akelei, sind allerdings nicht selten, so jene vielfach anzutreffende über Rosa nach Weiß hin oder zu Hellblau tendierend. Die Akelei ist mehrjährig und wird besonders gerne von Hummeln besucht – hier besteht also eine erkennbare Verknüpfung zu einer ebenfalls gefährdeten Insektenart, die mit ihrem langen Rüssel an den Nektar am tief liegenden Blütenboden gelangen kann.

Gefahr durch Standortvernichtung
Gefahr droht der Akelei durch Standortvernichtung, durch grobe Veränderungen im angestammten Biotop etwa infolge landwirtschaftlicher Nutzung, Weideauftrieb, durch Flurbereinigungen, vor allem jedoch durch den einzelnen Menschen, den Spaziergänger, der die attraktive Blume nicht nur gerne pflückt, um mit ihr den „Feldblumenstrauß“ zu verschönern, sondern auch und zusätzlich ihre unmittelbare, empfindliche Region niedertritt.

Keine Wildblumensträuße
Der Naturfreund sollte vor allem, ja generell auf Wildblumensträuße verzichten, auch auf die erlaubten sogenannten „Handsträuße“; nur die wenigsten Blumenliebhaber vermögen geschützte von den nicht geschützten Feld–, Wald–, und Wiesenblumen objektiv zu unterscheiden. Aber auch nichtgeschützte Arten sind in der heutigen so stark gefährdeten Umwelt stets bedroht. Sie alle haben in der Lebensgemeinschaft, und zwar von der Knospe bis zur Samenkapsel, eine für den Ablauf des natürlichen Geschehens unerlässliche Aufgabe zu erfüllen.

Genügend Gartenarten
Ob es gelingt die Akelei vor dem Aussterben zu bewahren hängt wie immer – von uns Menschen selbst ab. Dabei gibt es, wie schon erwähnt, genügend Gartenarten, an denen man sich ebenso (und „hausnah“ zudem) erfreuen kann. Notwendig ist es vor allem, im heimischen Bereich die noch existierenden Standorte aufzunehmen, zu registrieren und für den Schutz dieser Standorte vor gravierender Veränderung zu sorgen. Das ist in den letzten Jahren einfacher geworden. Die Behörden haben weitaus mehr Verständnis für den Naturschutz als noch vor einiger Zeit. Mit ihnen zusammen, ihren Naturschutzbeauftragten, kann Bedeutendes, häufig Entscheidendes zum Schutz gefährdeter Arten erreicht werden – auch für die so dramatisch bedrohte Wild–Akelei.

Text und Bild: Stiftung Naturschutz Hamburg
 
 
 
1984     Blume     1986

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Seite aktualisiert  23.22.2007