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Stranddistel
Foto: Stiftung Naturschutz Hamburg
Stranddistel
Eryngium maritimum
  (Linnaeus, 1753)

Die Stranddistel   Eryngium maritimum (Linnaeus, 1753) ...
... ist Blume des Jahres 1987

Ihre Standorte sind besonders stark gefährdet
Die „Stiftung zum Schutz gefährdeter Pflanzen“, erklärte die Stranddistel (Eryngium maritimum L.) zur „Blume des Jahres 1987“. Sie weist damit gleichzeitig auf den desolaten Zustand unserer Meeresküste hin: nicht nur das Meer selbst, auch die von ihm unmittelbar beeinflussten Küstenränder erleiden in ihren biologischen Zusammenhängen Einbrüche, die Katastrophen signalisieren. Die Stranddistel, die noch vor wenigen Jahren eigentlich häufig, meist in ausgedehnten „Rudeln“ zu finden war, ist nun, als Folge des Raubbaues an den Strand–Biotopen, in höchstem Maße bedroht. Alarmzeichen dieser eingängigen Art, wie sie durch den Pflanzen– und Tierschutz nun jährlich gegeben werden, sollten zur Besinnung und vor allem zur Reduzierung der küstengefährdeten Industrialisierung in diesen geschädigten Regionen aufrufen. Alle Bestrebungen hierzu müssen unterstützt, die unerlässlichen materiellen Mittel zur Rekultivierung von der Gesellschaft aufgebracht werden.

Harter Standort
Die Stranddistel, ein Doldenblütengewächs, auch unter den Namen wie „Seemannstreu“, „Meerstrands–Mannstreu“, „Meerwurzel“ oder „Meerbrackdistel“ – und anderen – bekannt, was auf ihre Popularität in früheren Zeiten hinweist, wird bis zu einem halben Meter hoch und besitzt handförmig gelappte, steife, blaugrüne Blätter, die gezahnt und dornig sind. Auch ihre fast kugeligen Blüten sind blau, ebenso die dornigen Hüllenblätter. Diese lederartig harten Blätter sind von den Standorten her nötig: der steife Küstenwind, die ständige Belastung durch den aufgewehten Sand, bilden harte Bedingungen, denen die Stranddistel gewachsen sein muss. Sie war früher in ziemlich ausgedehnten Populationen an den Nordküsten des europäischen Festlandes zu finden und so häufig, dass man, ohne ihr größeren Schaden zuzufügen, ihre Wurzeln, die darin enthaltenen Saponine, medizinisch vielfach, besonders zur lokalen Anästhesierung, zur äußerlichen Schmerzlinderung also, nutzte.

Für Dekorationszwecken
Diese Wurzeln können Tiefen von zwei Metern erreichen. Auch galten die Sprossen der Stranddistel als Delikatesse. Man aß sie wie Spargel („Schiffermanns–Spargel“). Schließlich reizten die dekorativen und haltbaren Blüten zur „Ernte“ in größerem Umfang; noch heute findet man sie viel zu häufig in Blumenvasen und Blumengestecken, obwohl die Pflanze seit langem streng geschützt ist.

Von der Seemannstreue
Die Stranddistel nutzt den Küstenwind zur Vermehrung, und vielleicht kommt von daher ihr populärer Name, der sicherlich die mangelnde Seemannstreue persiflieren soll: wie die reifen Samengehäuse dieser Pflanze, die sich vom Wind wegwehen lassen, unstet sich umhertreibend, so auch der Seemann – die Shanties, die Seemannslieder, verkünden es – der seine Sympathien doch auf etliche „Seemannsbräute“ in aller Welt – unstet zu allem Überfluss – verteilt.

Die Standorte werden immer mehr eingeengt
Die Standorte sind heute selten. Sie werden immer mehr eingeengt und dies, obwohl die Gefährdung der Stranddistel seit Jahren bekannt ist. Hinzu kommen die ungünstigen allgemeinen Umweltbedingungen. Zum Schutz dieser schönen, seltenen, die Vielfalt der Natur charakterisierenden Pflanze, sind wir auch hier alle ausnahmslos aufgerufen. Wo sie verschwindet, entgleitet uns erneut eine Naturvariation von besonders eindrucksvoller Schönheit.

Text und Bild: Stiftung Naturschutz Hamburg
 
 
 
1986     Blume     1988

Bitte beachten Sie die Rechte der Fotografen. Setzen Sie sich bitte mit der obigen Institution in Verbindung. Danke!
 
 
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Seite aktualisiert  19.21.2009