Rosmarinheide Foto: Stiftung Naturschutz Hamburg
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Rosmarinheide
Andromeda polifolia
(Linnaeus, 1753)
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Die Rosmarinheide Andromeda polifolia (Linnaeus, 1753) ...
... ist Blume des Jahres 1991
Loki Schmidt als Gründerin und Schirmherrin der Stiftung beschreibt die Pflanze mit folgenden Worten:
Die Rosmarinheide ist ein 15 – 30 cm hohes Halbsträuchlein mit schmalen langgezogenen, oberseits dunkelgrünen, unterseits weißlichgrünen Blättern und glockenförmigen Blüten von zartrosa Farbe. Die langgezogenen Blütenstiele und der Kelch sind etwas kräftiger rot gefärbt.
Zum ersten Mal wurde mit der Rosmarinheide eine Pflanze aus der Familie der Heidekrautgewächse gewählt, zu der neben den bekannten weiteren Heidearten (Besenheide oder Glockenheide) auch die Blaubeere oder der Rhododendron gehört.
Die Rosmarinheide kommt nur im Hochmoor vor. Sie liebt saure, feuchte Standorte und wächst unmittelbar oberhalb der wassergefüllten, mit Torfmoosen bedeckten Schlenken auf den leicht angehöhten und daher etwas trockeneren Hochmoorbulten.
Sie ist heute fast ganz auf die wenigen verblieberen Restmoore beschränkt und somit vorrangig in den Norddeutschen Hochmooren und den Hochmooren des Alpenvorlandes anzutreffen.
Sie gilt, genau wie ihr Lebensraum das Hochmoor, heute leider in ganz Deutschland als im Bestand gefährdet und wird auf den Roten Listen der BRD und der Länder als gefährdet bis bedroht eingestuft.
(Rote Liste Status: alte BRD = 3, gefährdet; ehemalige DDR = 3, gefährdet; Schleswig–Holstein = 3, gefährdet; Niedersachsen = 3, gefährdet; Hamburg = 1, vom Aussterben bedroht; Bayern = 3, gefährdet; Berlin = 2, stark gefährdet; Rheinland–Pfalz = 2, stark gefährdet; NRW = 2, stark gefährdet)
Die Pflanze des Jahres soll auf den bedrohten Lebensraum Hochmoor aufmerksam machen. Hochmoore gehören zu den letzten Resten unserer natürlichen Urlandschaft, sie sind Natur, wie sie sich ohne das Zutun des Menschen entwickeln konnte. Fast alle anderen uns vertrauten Landschaftsformen (Felder, Wiesen, die meisten Wälder) sind erst durch die Einwirkung des Menschen entstanden und daher Kulturlandschaft.
Die noch vorhandenen Hochmoore, und mit Ihnen die Rosmarinheide, sind lebende Zeugnisse Jahrtausende alter Naturvorgänge. Ihre immer noch andauernde Zerstörung durch Entwässerung und Torfabbau kann auch durch aufwendige Bemühungen zur Wiedervernässung und Regeneration kleiner Bereiche leider nicht ausgeglichen werden. Grundsätzlich muss jeder Torfabbau eingestellt werden, denn bis heute sind z. B. in Norddeutschland bereits 97% der ehemals vorhandenen Moore verschwunden.
Zum Schutz der Hochmoore kann jeder beitragen, nicht nur durch aktive oder finanzielle Unterstützung von Naturschutzprojekten, sondern auch durch den Verzicht auf jegliche Verwendung von Torf in Haus und Garten. Denn jedes der immer noch zahlreich im Handel angebotenen Torfprodukte stammt aus der unwiederbringlichen Zerstörung unserer Hochmoore durch sogenannte Abtorfung. Da inzwischen aber sehr gute Alternativprodukte wie Rindenmulch, Rindenhumus oder fertige Rindenkultursubstrate gibt, sollte überhaupt kein Torf mehr eingesetzt werden. Zusätzlich kann durch eine konsequente Kompostierung unseres ständig anfallenden organischen Mülls Torf als Pflanzsubstrat entfallen.
Die Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen hat daher gemeinsam mit der Stiftung Naturschutz Hamburg für das Jahr 1991 einen besonderen Aktivitäts–Schwerpunkt zum Moorschutz gebildet.
Hierzu sollen Moorflächen angekauft werden, schädigende Einflüsse wie Entwässerung oder Nährstoffeintrag aus den Umgebung abgestellt und Pflegemaßnahmen wie Entfernung von Birkenaufwuchs durchgeführt werden. Der Anfang wurde bereits im Oktober 1990 durch den Kauf einer Moorwiese südlich des Wittmoores im Norden Hamburgs gemacht. Dieses Projekt der Stiftung Naturschutz Hamburg wurde durch eine großzügige Spende eines hansestädtischen Unternehmens, des größten deutschen Kaffee–Importeurs – der Rothfos GmbH, realisiert.
Andromeda polifolia wird mit folgenden deutschen Namen bezeichnet: Rosmarienheide, Sumpfrosmarin, Gränke, Polei–Gränke, Lavendelheide
Text und Bild: Stiftung Naturschutz Hamburg
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