Die Schachblume Fritillaria meleagris (Linnaeus, 1753) ...... ist Blume des Jahres 1993
Die
Schachblume kommt in weiß und dunkelviolett vor.
Loki Schmidt, Vorstandsmitglied der
Stiftung Naturschutz Hamburg und
Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen (Kurztitel
Stiftung Natur und Pflanzen) und Gründerin der
Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen, gab heute im Ahrensburger Haus der Natur (nahe Hamburg) die gemeinsam mit dem Vorstand getroffene Wahl bekannt.
Sie sagte:
Zur
Blume des Jahres 1993 wurde eine besonders schöne, sehr seltene Pflanze ausgewählt: Die
Schachblume, mancherorts auch
Schachbrettblume oder in Norddeutschland auch
Kiebitzei genannt.
Sie ist vom Aussterben bedroht und steht stellvertretend für ihren Lebensraum, die grundwasserfeuchte Nasswiese im Überschwemmungsbereich der Flussauen und Flachmoore, die nur ein– oder zweimal im Jahr gemäht wird und die gleichzeitig Heimat von
Großem Brachvogel (
Vogel des Jahres 1982), Uferschnepfe und
Kiebitz (
Vogel des Jahres 1996) ist.
Die 15 – 30 cm hohe Pflanze ist ein Liliengewächs mit einer fast kugeligen Zwiebel, schmalen graugrünen Blättern und bauchigglockenförmigen Blüten, die nach unten hängen und schachbrettartig purpurrot und weiß gefleckt sind. Auch grünlich–weiße Exemplare kommen vor. Sie blüht im April / Mai und wird von Bienen und Hummeln bestäubt. Je nach Witterung in dieser Jahreszeit ist die Bildung von Samen in einzelnen Jahren sehr unterschiedlich.
Die
Schachblume kommt nur noch im Elbetal Unterelberaum, insbesondere Nordniedersachsen / Hamburg) und ganz vereinzelt an der Weser und im Einzugsbereich des Main vor. Frühere Vorkommen am Rhein sind erloschen.
Durch die Seltenheit von Überschwemmungswiesen an den Flüssen und die damit heutzutage fehlende Möglichkeit für Samen und Brutknospen, neue Lebensstätten per Hochwasserverbreitung zu erreichen, sind die übriggebliebenen Schachblumenbestände durch intensive Landwirtschaft äußerst gefährdet. Die Art verträgt keine Düngung und kann nur Samen bilden, wenn die erste Mahd nicht vor Anfang Juli erfolgt. Allerdings kann sie sich auch in ungemähten Flächen nicht halten, da sie dort von den dicht aufwachsenden hohen Gräsern erstickt würde. Sie ist damit auf eine heute kaum noch übliche Mähweidenutzung angewiesen. Für ihren Erhalt müssen daher Landwirtschaft und Naturschutz eng zusammenarbeiten.
Die Stiftung hat Schachblumenwiesen gekauft und lässt sie durch aufgeschlossene Landwirte pflegen. Eine weitere Wiese ist im Rahmen der Aktion
Blume des Jahres 1993 erworben worden, nachdem ein großzügiger Sponsor (eine norddeutsche Baumschule) die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt hat.
Schachblumen stehen unter Schutz und dürfen nicht der Natur entnommen werden. Sie lassen sich aber gut kultivieren und sind heute im Gartenfachhandel erhältlich.
Text und Bild: Stiftung Naturschutz Hamburg
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