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Braunerde aus Gneis im Waldviertel in Österreich
Foto: H. Bauer
Braunerde
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Die Braunerde ...
... ist der Boden des Jahres 2008

Steckbrief
International werden die Braunerden häufig als Arenosole oder als Cambisole bezeichnet (WRB). Sie sind weltweit verbreitet.
Braunerden weisen einen humosen A-Horizont auf, dem ein verbraunter B-Horizont und schließlich das Ausgangsmaterial (C-Horizont) folgen. Sie entstehen aus verschiedenen Locker- und Festgesteinen, z. B. aus Flugsanden oder Lössen ebenso wie aus Basalt, Granit, Gneis, Sandstein oder aus steinhaltigen Fließerden.
Charakteristisch ist in allen Fällen ein gut erkennbarer Erbraunungshorizont.
Die Verbraunung ist neben einer Humusanreicherung im Oberboden der profilprägende Prozess des gemäßigt humiden Klimaraumes. Dabei verwittern eisenhaltige Minerale und den Boden braun färbende Eisenoxide werden angereichert, oft verbunden mit der Neubildung von Tonmineralen (Verlehmung). Unter Wald sind Braunerden aus quarzreichen Gesteinen meist stark versauert und bilden dann häufig Übergangsformen zu Podsolen (Boden des Jahres 2007).

Braunerden kommen in sehr vielfältigen Formen vergesellschaftet mit anderen Bodentypen vor.
Im Flachland haben sie sich aus Sanden meist neben den Podsolen (Boden des Jahres 2007) und aus Lehmen neben den Parabraunerden und Schwarzerden (Boden des Jahres 2005).
Im Bergland sind sie oft aus sandigen bis lehmigen, steinhaltigen Fließerden entstanden. Dort kommen sie gemeinsam mit Rankern bzw. Rendzinen vor, denen ein B-Horizont fehlt.
Während man typische Braunerden unter naturnahen Laubwäldern häufig antreffen kann, sind sie unter Heidevegetation oder in Nadelwäldern oftmals podsoliert.
In Österreich sind Braunerden in allen Bodenprovinzen verbreitet.. Sie sind sogar in pannonischen Trockengebieten nördlich und östlich von Wien beheimatet; dort stellen sie Relikte aus früherer Zeit mit feuchteren Klimabedingungen dar.
Außerhalb Europas sind Braunerden in Nordamerika und südlichen Teilen von Sibirien verbreitet sowie vereinzelt in Australien und Neuseeland. Reliktische Formen kommen auch in den Wüsten Nord- und Südafrikas sowie des indischen Subkontinents vor.

Unterschiedliche Ausgangsgesteine und Entwicklungsbedingungen lassen nährstoffreiche bis nährstoffarme Braunerden entstehen.. Alle Braunerden erfüllen als Lebensraum für Menschen, Pflanzen und Tiere allgemeine Bodenfunktionen. Sie werden im Bergland v.a. wegen ihrer Steinigkeit, Flachgründigkeit und der steilen Lagen, im Norddeutschen Tiefland wegen ihrer Basenarmut oft als Forststandorte genutzt und dienen dabei auch der Erholung.
Sandige Braunerden werden in starkem Maße auch landwirtschaftlich genutzt. Sie leiden in trockenen Jahren zwar unter Wassermangel, bei ausreichenden Niederschlägen und regelmäßiger Düngung können aber mittlere bis gute Erträge erzielt werden.
Fruchtbare tiefgründigen Braunerden sind zusammen mit Parabraunerden aus Löss oder Mergeln entstanden. Sie sind basen- und nährstoffreich und speichern aufgrund hoher Schluffgehalte Wasser über längere Zeiträume. In klimatischen Gunstlagen, z. B. im österreichischen Alpenvorland, bringen sie höchste Erträge.

Text und Bild: Vorschlag von A. Pehamberger / Kuratorium Boden des Jahres
 
 
 
2007     Boden     2009

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Seite aktualisiert  18.21.2009