Die Nase Chondrostoma nasus (Linnaeus, 1758) ...... ist Fisch des Jahres 1994Der
Verband Deutscher Sportfischer e. V. hat sich für die
Nase als
Fisch des Jahres 1994 ausgesprochen.
Ausersehen dafür werden jährlich Arten, deren Bestand infolge schädigender Einflüsse auf die Gewässer oder aus anderen Gründen stark beeinträchtigt oder gar vom Aussterben bedroht sind. Die
Nase (lateinisch:
Chondrostoma nasus,
L.) zählt dazu.
In vielen Flüssen gilt die
Nase als vom Aussterben bedroht, in Bayern, Nordrhein–Westfalen und Baden–Württemberg als gefährdet und für das Gebiet der neuen Bundesländer sogar als ausgestorben.
Eine der Ursachen für den Rückgang dieser einstigen Massenfischart ist vor allem die Verbauung unserer Fließgewässer. Fischzughindernisse verurteilen den Mittelstreckenwanderer
Nase zu einer genetischen Vereinzelung seiner Bestände.
Durch den Einbau von Wehren wurden häufig auch Nebengewässer abgetrennt, in denen sich vorher wertvolle
Nasenlaichplätze befanden.
In vielen Gewässern wurde durch Querverbauungen die Geschiebeführung verhindert. Dadurch wurde die natürliche Verjüngung der Kiesbänke unterbunden.
Somit gingen wertvolle Brutenentwicklungsplätze verloren. Außerdem führte die Befestigung der Ufer zu einer Verarmung an Struktur, unter der nicht nur die Jungfische der
Nase zu leiden haben.
Ein weiterer Gefährdungsfaktor ist die antropogene Gewässerverschmutzung, unter der die
Nase besonders leidet. So werden bei Befischungen immer wieder Tiere mit verkrümmten Rückgrat gefangen. Häufig kommen Fische mit Geschwüren oder Erblindungen, ausgelöst durch Krankheiten und Parasiten, in den Gewässern vor.
Die
Nase, so genannt wegen ihres extrem unterständigen Maules, das es wie eine
Nase aussehen lässt, lebt – oder besser – lebte als geselliger Schwarmfisch in den schnellfließenden Gewässern Mittel– und Osteuropas von der
Barben (
Fisch des Jahres 2003) – bis zur unteren Forellenregion.
Seit jeher war die
Nase in z. B. bayerischen Gewässern ein typischer Begleitfisch der
Äsche (
Fisch des Jahres 1997/2011).
Sie bildete in manchen Flüssen bis in die fünfziger Jahre noch Massenbestände, die dem Beobachter während der Laichzeit im Frühjahr ein einzigartiges Naturschauspiel boten.
gez.: Wolfgang Düver (Referent für Öffentlichkeitsarbeit des VDSF)
Bitte beachten Sie die Rechte der Fotografen. Setzen Sie sich bitte mit der obigen Institution in Verbindung. Danke!