Der Nordseeschnäpel Coregonus oxyrhynchus (Linnaeus, 1758) ...... ist Fisch des Jahres 1999Der
Verband Deutscher Sportfischer e. V. hat den
Nordseeschnäpel zum
Fisch des Jahres 1999 gewählt.
Er will damit auf die Gefährdungssituation dieser Wanderfischart hinweisen.
Der
Nordseeschnäpel gehört zu den Coregonen (lat.
Coregonus oxyrhynchus), wie
Maränen,
Felchen und
Renken. Er kann über 50 cm lang und mehr als 2 kg schwer werden. Er ist an seiner nasenförmig verlängerten Schnauze und seiner Fettflosse leicht erkennbar. Der Schnäpel steigt im Herbst zum Laichen, ähnlich wie der
Lachs (
Fisch des Jahres 1992/2000), aus dem Meer in die Flüsse auf und wandert als Jungfisch in die Küstengewässer der Nord– und Ostsee. Vor 100 Jahren wurden jährlich noch über 30.000 kg in den Unterläufen von Rhein, Elbe, Weser, Ems und Eider gefangen.
In den 50er Jahren sind die früher reichen Bestände rapide zurückgegangen. In den 70er und 80er und bis in unser Jahrzehnt galt der Schnäpel als ausgestorben. Auch in der Ostsee gab es starke Schnäpelbestände. Der Ostseeschnäpel unterscheidet sich äußerlich nicht vom
Nordseeschnäpel, gilt aber als eigene Unterart. Zur Zeit wird versucht, über eine DNA–Analyse die beiden Arten zu definieren. Mit zunehmender Verschmutzung der Flussmündungsgebiete, durch Schiffbarmachung der Flüsse, Vernichtung von Laichplätzen und Überfischung war der
Nordseeschnäpel schließlich ganz verschwunden.
Ende der 80er Jahre wurden im Rahmen des schleswig – holsteinischen Fischartenhilfsprogramms die vom Aussterben bedrohten
Nordseeschnäpel mit ursprünglich dänischem Eimaterial erfolgreich gezüchtet und vorgestreckt. Inzwischen sind in einigen Flussläufen Wiedereinbürgerungsmaßnahmen mit
Nordseeschnäpeln durchgeführt worden. Zugleich wurde er unter vollständigen Schutz gestellt.
gez.: Wolfgang Düver (Referent für Öffentlichkeitsarbeit des VDSF)
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