Der Aal Anguilla anguilla (Linnaeus, 1758) ...... ist Fisch des Jahres 2009Der
Verband Deutscher Sportfischer (VDSF), das
Österreichische Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF), das
Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der
Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) haben den
Aal zum
Fisch des Jahres 2009 gewählt. Erstmalig hat sich an der gemeinsamen Aktion auch der
Schweizerische Fischereiverband (SFV) beteiligt.
Mit dieser Wahl soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Bestände des Europäischen
Aals (
Anguilla anguilla) fast im gesamten Verbreitungsgebiet erheblich zurückgegangen sind und dass es gilt, diesen außergewöhnlichen und einzigartigen Fisch besser zu schützen.
Der
Aal ist mit seinem schlangenförmigen und langgestreckten Körper unverwechselbar. Er lebt auf dem Grund unter Steinen, im Schlamm oder in Spalten und ernährt sich vorwiegend von Würmern, (Klein-)Krebsen, Insektenlarven, Fischlaich, aber auch von Fischen.
Die Gründe für den Bestandrückgang sind vielfältig und bisher nicht ausreichend geklärt. Als Ursachen werden natürliche und anthropogene, d.h. vom Menschen verursachte Faktoren in der ozeanischen und kontinentalen Lebensphase der
Aale vermutet, denen sie im Zusammenhang mit Ihrem Wanderverhalten ausgesetzt sind.
Aale schlüpfen im Atlantik, in der Sargassosee nahe den Bahamas. Mit dem Golfstrom werden die Larven östlich verdriftet und nach etwa drei Jahren erreichen sie die europäischen Küsten. Umgewandelt zu
Glasaalen, wandern die jungen
Aale dann in die Flußmündungen ein, steigen in den Flüssen auf und gelangen auch in Seen. Hier wachsen sie dann innerhalb von sechs bis zwölf Jahren als
Gelbaale zur Geschlechtsreife heran. Zur Fortpflanzung wandern sie, nun
Blankaale genannt, wieder tausende Kilometer zurück in die Sargassosee, wo sie geschlüpft waren. Dort laichen die
Aale ab und sterben. Das Vorkommen des
Europäischen Flussaals erstreckt sich über die Atlantische Küste Nordafrikas und Europas (inklusive Nordsee, Ostsee und Mittelmeer).
Für den dramatischen Bestandsrückgang gibt es ein ganzes Bündel von Ursachen.
Da der
Aal ein Wanderfisch ist, spielt die Verbauung der Gewässer durch Wasserkraftwerke eine große Rolle, welche für ihn oftmals eine unüberwindbare Barriere darstellt. Vielfach bleibt ihm auf seiner Rückwanderung oftmals nur der Weg durch den Turbinenschacht. Abhängig vom Turbinentyp wird der
Aal dabei oft getötet oder schwer verletzt.
Auch die weltweite Nachfrage nach
Aal bringt die Fische in Bedrängnis – vor allem der Fang von
Glasaalen. Der Wegfang der
Glasaale und die direkte Verarbeitung zu Fischkonserven vor allem in Frankreich, Portugal und Spanien, hat zur Dezimierung beigetragen. Ebenso wie der Export der
Glasaale nach Fernost für die Aalmast, wo Händler horrende Preise für die jungen Aale zahlen.
Zusätzlich zu all den vom Menschen verursachten Gefahren, hat der
Aal auch noch biologische Feinde, wie den Schwimmblasenwurm oder das Aal-Herpesvirus die den Bestand massiv gefährden. Zu erwähnen ist auch vornehmlich der
Kormoran (
Vogel des Jahres 2010), der zum Rückgang der Aalbestände das Seinige beiträgt. Wissenschaftler untersuchen zudem, ob klimatische Veränderungen Einfluss auf den Bestandsrückgang haben.
Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) hat den
Aal deshalb als "außerhalb sicherer biologischer Grenzen" eingestuft; in Deutschland steht er bereits seit 1998 auf der Roten Liste gefährdeter Arten.
Die EU-Fischereiminister haben reagiert und unter der deutschen Ratspräsidentschaft ein europaweites Rettungsprogramm für die
Aale beschlossen. Bis Ende des Jahres müssen nun alle EU-Staaten eigene Managementpläne vorlegen. Ab dem kommenden Jahr sollen neben anderen Maßnahmen erstmals eine bestimmte Menge gefangener
Glasaale verpflichtend zur Aufzucht in den Binnengewässern ausgesetzt werden.
Auch das Weltartenschutzabkommen CITES hat auf seiner 14. Vertragsstaatenkonferenz, auf Antrag Deutschlands, ein Rettungsprogramm und strenge Handelsbeschränkungen für
Aale beschlossen, um den bedrohten Fisch besser zu schützen.
Die Angelfischerei leistet Jahr für Jahr ihren Beitrag zur Erhaltung des
Aals und investiert erhebliche finanzielle Mittel in Besatzmaßnahmen, ohne welche die Bestände bereits wesentlich niedriger wären.
Bleibt zu hoffen, dass mit den geplanten Maßnahmen das Überleben des
Europäischen Aals gesichert werden kann, denn es wäre schade, wenn dieser biologisch so interessante Fisch in Zukunft nicht mehr in unseren Gewässern sondern nur noch in unserer Erinnerung leben würde.
V. i. S. d. P.
Verband Deutscher Sportfischer e. V.
Peter Mohnert
Präsident
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