Die Äsche Thymallus thymallus (Linnaeus, 1758) ...... ist Fisch des Jahres 2011Der
Verband Deutscher Sportfischer (VDSF), das
Österreichische Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF), das
Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der
Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) haben die
Äsche zum
Fisch des Jahres 2011 gewählt.
Die
Äsche gehört zu den schönsten Fischen unserer Flüsse. Mit der Wahl zum Fisch des Jahres soll auf die Gefährdung ihrer Bestände in unseren heimischen Gewässern und auch auf die Beseitigung der Ursachen hingewiesen werden.
Die
Äsche reagiert von allen einheimischen Fischen mit am empfindlichsten auf Umweltverschmutzungen. Sie gehört zu den Ersten, die sich von verschlechternder Wasserqualität vertreiben lässt. Die Äschenbestände wurden vor 20 bis 30 Jahren durch die zunehmende Gewässerverschmutzung stark beeinträchtigt. Dank der großen Anstrengungen zur Reinhaltung der Gewässer ist inzwischen diesbezüglich Besserung eingetreten, was aber nicht heißt, dass für die
Äsche bereits Entwarnung gegeben werden kann.
Der derzeit maßgebliche Grund für den Bestandsrückgang in zahlreichen Äschepopulationen sind die europaweit immer noch ansteigenden Kormoranbestände.
Kormorane (
Vogel des Jahres 2010) erbeuten
Äschen, wie vielfach angenommen wird, keineswegs nur in naturfernen Gewässerstrecken, sondern richteten insbesondere auch in den Äschenbeständen sehr naturnaher und natürlicher Gewässern verheerende Schäden an. Die Laichzeit der
Äsche fällt zudem mit dem winterlichen Aufenthalt der
Kormorane (
Vogel des Jahres 2010) in Deutschland zusammen. Da sich die Laichplätze der
Äsche über den natürlicherweise deckungslosen flachen Kiesbänken befinden, sind sie während des Laichens eine leichte Beute.
Die
Äsche ist ein Standfisch in kühlen, klaren, schnellfließenden größeren Bächen (ab 5-6 m Breite) und kleineren Flüssen. Sie ist der Leitfisch der nach ihr benannten Äschenregion. Das Verbreitungsgebiet der
Äsche erstreckt sich über fast ganz Europa. Sie fehlt in Spanien, Süditalien, Irland und in den meisten Flüssen der norddeutschen Tiefebene.
Die
Äsche gehört zur Familie der Lachsfische (
Salmoniden). Sie hat einen mäßig langgestreckten, seitlich abgeflachten Körper. Der Kopf ist klein und besitzt eine spitze Schnauze. Der Rücken ist graugrün oder bläulichgrau, Flanken und Bauch silberweiß bis messingfarben gefärbt. Besonders auffällig ist die große Rückenflosse beim Männchen. Sie wird auch als Fahne bezeichnet und dient dazu in der Laichzeit die Aufmerksamkeit der Weibchen zu erregen. Das Gewicht einer ausgewachsenen Äsche kann bis zu 1,5 kg betragen, bei einer Länge von 50 cm. In seltenen Fällen werden
Äschen 70 cm lang und bis zu 3 kg schwer.
Die
Äsche ist ein ausgesprochener Kleintierfresser (Insekten, Bachflohkrebse). Größere Exemplare fressen gelegentlich auch Kleinfische (z.B.
Elritzen (
Fisch des Jahres 1991)). Zur Vermehrung (März/April) sucht die
Äsche in ihrer direkten Umgebung geeignete Laichplätze mit Sand-Kies-Sedimenten auf. Weiter zunehmender Fraßdruck durch Massenauftreten von
Kormoranen (
Vogel des Jahres 2010), haben europaweit den Äschenbeständen arg zugesetzt. Aus diesem Grund sollten die in den letzten Jahren begonnenen Renaturierungsmaßnahmen unserer Flüsse weiter vorangetrieben werden und Möglichkeiten zur Reduktion von Stauraumspülungen und Schwallbetrieb, der periodisch weite Kiesflächen der Flüsse trockenlegt, gefunden werden. Denn nur in ökologisch funktionierenden Flusslebensräumen wird es langfristig möglich sein, die
Äsche, als ein wichtiges Element unserer heimischen Tierwelt, zu schützen und zu erhalten. Die noch vorhandenen guten Äschenbestände in verbliebenen gut strukturierten, naturnahen Gewässern müssen jedoch insbesondere vor dem anhaltend hohen Fraßdruck der
Kormorane (
Vogel des Jahres 2010) bewahrt werden, da eine Widerbesiedlung anderer Gewässerbereiche nur aus diesen Restbeständen heraus erfolgen kann.
V.i.S.d.P.
Verband Deutscher Sportfischer e.V., Offenbach, den 15.10.2010
Peter Mohnert
-Präsident-
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