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Schwarza
Foto: Naturfreunde Deutschlands
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Die Schwarza ...
... ist Flusslandschaft des Jahres 2006 / 2007

(VANTH/AuF) Der gemeinsame Fachbeirat für Gewässerökologie der NaturFreunde Deutschlands und des Deutschen Anglerverbandes hat die Schwarza als „Flusslandschaft des Jahres 2006/2007“ ausgewählt.

Sie steht nun auf der „Liste der offiziellen Jahresverkündigungen umweltpolitisch relevanter Aktionen des Jahres 2006“ des Bundesumweltministeriums neben dem „Vogel des Jahres“, dem „Baum des Jahres“ und anderen schützenswerten und schutzbedürftigen Umweltprominenten.

Das Projekt „Flusslandschaft des Jahres“ führen die NaturFreunde Deutschlands und der Deutsche Anglerverband nun bereits seit dem Jahr 2000 mit viel Erfolg durch. In der Vergangenheit trugen schon die Gottleuba Fluss des Jahres 2000/2001 in Sachsen, die Ilz Fluss des Jahres 2002/2003 in Bayern und die Havel Fluss des Jahres 2004/2005 in Brandenburg jeweils für zwei Jahre dieses Prädikat.

Der Titel „Flusslandschaft des Jahres“ ist Auszeichnung und Auftrag zugleich. In einer Pressemitteilung des DAV vom 15. Oktober 2001 heißt es dazu: „Mit der Proklamation der Flusslandschaft werden herausragende landschaftliche Schönheit sowie bisherige naturschützerische Leistungen gewürdigt ...“

Die Ausrufung der „Flusslandschaft des Jahres“ verfolgt die Ziele:

Der feierliche Akt der Proklamation wird am von der UNO ausgerufenen und weltweit begangenen „Tag des Wassers“, dem 22. März 2006, in Unterweißbach durch den Thüringer Umweltminister Dr. Volker Sklenar vorgenommen.

Obgleich die Schwarza vielen Anglern und Naturfreunden ein Begriff ist, haben wir uns entschlossen, sie doch etwas näher vorzustellen.

Die Schwarza ist einer der bedeutsamsten linken Nebenflüsse der Saale in Ostthüringen. Der etwa 53 km lange Fluss entspringt in der Nähe von Scheibe-Alsbach in 666 m Höhe über dem Meeresspiegel.

Das Schwarzatal ist eines der schönsten Flusstäler des Thüringer Waldes bzw. des Thüringer Schiefergebirges überhaupt. Aus diesem Grunde zieht es jährlich tausende Erholungssuchende, Wanderer und Angler an.

Eingebettet in eine abwechslungsreiche Mittelgebirgslandschaft fließt die Schwarza von ihrer Quelle in der Nähe des Rennsteigs durch enge Schluchten und weite Täler mit dichten Nadel- und Laubwaldhängen bis zu ihrer Mündung in die Saale in der Ortslage Rudolstadt.

Sie ist Lebensraum von Bachneunauge und Westgroppe, beides Arten des Anhanges II der FFH-Richtlinie. In der Schwarza befinden sich die wichtigsten Laichgebiete des Saale-Einzugsgebietes zwischen Jena und Rudolstadt für die Bachforelle Fisch des Jahres 2005 und Äsche Fisch des Jahres 1997 sowie des zur Zeit in Thüringen noch ausgestorbenen Lachses Fisch des Jahres 1992/2000.

Darüber hinaus gibt es im Bereich der Schwarza schützenswerte Vorkommen der vom Aussterben bedrohten Erbsenmuscheln sowie seltene Arten der Köcher-, Stein- und Eintagsfliege. Einige dieser Insektenarten sind selbst in Roten Listen aufgeführt.

Die Schwarza ist Brut- und Nahrungshabitat der Wasseramsel, der Gebirgsstelze und des Eisvogels Vogel des Jahres 1973 sowie Rast- und Durchzugsgebiet des Flussuferläufers. Diese Arten sind ebenfalls besonders bzw. streng geschützt.

Mit dem Bau der Talsperre Leibis und des Pumpspeicherwerkes Goldisthal wurden gewaltige Eingriffe in die Landschaft am Rande des Schwarzatals vorgenommen. Durch eine zielgerichtete ökologische Begleitung dieser Bauvorhaben sowie durch den schwerpunktmäßigen Einsatz von Mitteln für Ausgleichsmaßnahmen konnten negative ökologische Auswirkungen im Tal der Schwarza weitestgehend minimiert werden.

Im Gegenzug wird nach Umsetzung der geplanten Ausgleichsmaßnahmen durch die Verursacher dieser Eingriffe die gewässerökologische Durchgängigkeit der Schwarza für Fische und im Wasser lebende wirbellose Kleintiere in beispielgebender Weise nahezu vollständig wiederhergestellt.

Mit dem Projekt „Flusslandschaft des Jahres“ wollen die beteiligten Partner auf die Besonderheiten des Schwarzatals sowie das große Potenzial von Nutzung und Schutz dieser Kulturlandschaft für und durch die Menschen aufmerksam machen.



Text: Naturfreunde Deutschlands
 
 
 
2005     Flusslandschaft     2007

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Seite aktualisiert  23.22.2007