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Eisenhut
Foto: Helge Masch
Eisenhut
Aconitum napellus
  (Linnaeus, 1753)

Der Eisenhut   Aconitum napellus (Linnaeus, 1753) ...
... ist Giftpflanze des Jahres 2005

Die GIFTPFLANZE DES JAHRES wird in diesem Jahr zum ersten Mal nominiert.
Die Abstimmung wurde auf der Homepage des Botanischen Sondergartens Wandsbek durchgeführt. Ebenso waren die Besucher des Sondergartens aufgefordert, im dortigen Gewächshaus Ihre Stimme einem der Kandidaten zu geben. Ebenso konnte man per Telefon, Fax oder per Post mitmachen.
Zur Wahl standen drei Pflanzen. Als Vertreter der Gehölze ist die Eibe - Taxus baccata - angetreten, sie erhielt 35/156 Stimmen. Für die Gruppe der Zimmerpflanzen erhielt die Birkenfeige - Ficus benjamina - 43/156 Stimmen. Die meisten Stimmen 78/156 konnte der Eisenhut - Aconitum napellus - als Vertreter der Stauden auf sich vereinigen.

Eisenhut - Aconitum
Der Eisenhut ist eine in den Gärten verbreitet vorkommende Pflanze, die auch in der Floristik Verwendung findet. Am bekanntesten ist vermutlich der Blaue Eisenhut - Aconitum napellus der seine Blüten im Juni und Juli entfaltet. Die Blüten des Herbst-Eisenhut - Aconitum carmichaelii - blühen in einem dunkleren Blau und erst in den Monaten September und Oktober. Diese beiden Beispiele von blaublühenden Eisenhutarten dürfen nicht zu dem Schluss führen, dass alle Pflanzen der Gattung diese Blütenfarbe haben. Zum Beispiel der Wolfs-Eisenhut - A. vulparia - zeigt gelbe Blüten.
Alle Pflanzen der Gattung Aconitum sind giftig; der Eisenhut ist Europas giftigste Pflanze!

Giftwirkung
Der Eisenhut hat den Gefährlichkeitsgrad sehr stark giftig +++, wobei die ganze Pflanze, besonders aber die Wurzel (Knollen) und die Samen besonders giftig sind. Sollte es beim Pflücken der Stängel oder beim Umpflanzen der Pflanze zu einem Hautkontakt mit Pflanzenteilen kommen, können Hautentzündungen und auch schwere Vergiftungen die Folge sein. Glücklicherweise kommen Vergiftungen nur selten vor.
Bei Tieren sind Vergiftungen eher selten, der Eisenhut wird von den Weidetieren gemieden (evtl. Gefahr für Rinder und Pferde auf Bergweiden).

Vergiftungserscheinungen
Rasche Aufnahme über Schleimhäute bzw. den Magen-Darm-Trakt, aber auch durch intakte Haut.
Kälteempfindlichkeit - Empfindungsschwierigkeit - Übelkeit - Erregung - Herzrhythmusstörungen - Krämpfe - Lähmung der Zunge, der Gesichts- und Extremitätsmuskeln - zuletzt Kreislauflähmung.
Kontakt mit der Haut wirkt lokal betäubend.

Erste Hilfe
Da es sich beim Eisenhut um ein sehr starkes Gift handelt, sollte bei den ersten Vergiftungserscheinungen eine geeignete Klinik aufgesucht werden.

Habitus
Die Pflanzen wachsen steif aufrecht und werden je nach Standort und Nährstoffversorgung zwischen 100 und 200 cm hoch.
Blätter
Die Blätter sind fünf- bis siebenspaltig. Von unten nach oben werden diese einfacher.
Blüte
Die violett-blauen Blüten stehen in dichten Trauben; das oberste Perigonblatt ist helmförmig.
Früchte
Balgkapseln
Samen
glänzend, dunkelbraun bis schwarz, dreikantig manchmal bis sechskantig, an den Kanten geflügelt.
Wurzeln
Der Eisenhut ist mit einer rübenartigen Wurzel, die als Pfahlwurzel ausläuft, im Boden verankert.

Herkunft / Vorkommen
Der Eisenhut ist in den gebirgigen Regionen Europas zu finden, wie beispielsweise im Norden bis Schweden, im Westen bis England und Portugal, im Süden bis zu den Pyrenäen und Korsika und im Osten bis in die Karpaten.
(Weitere Informationen unter www.botanischer-sondergarten.hamburg.de.)

Bild und Text: Botanischer Sondergarten Wandsbek
 
 
 
2005    Giftpflanze     2006

Bitte beachten Sie die Rechte der Fotografen. Setzen Sie sich bitte mit der obigen Institution in Verbindung. Danke!
 
 
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Seite aktualisiert  23.11.2007