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Pfaffenhütchen
Foto: Helge Masch
Pfaffenhütchen
Euonymus europaeus
  (Linnaeus, 1753)

Das Pfaffenhütchen   Euonymus europaeus (Linnaeus, 1753) ...
... ist Giftpflanze des Jahres 2006

Im Jahr 2005 wurde der Eisenhut zur ersten Giftpflanze des Jahres gewählt. Ziel der Aktion war und ist, dass sich Menschen kritisch mit dem Thema „Giftpflanzen” auseinander setzen, Fragen stellen und sie ggf. auf die giftige Wirkung einiger Pflanzen aufmerksam gemacht werden.

Giftwirkung
Alle Pflanzenteile des Pfaffenhütchens gelten als stark giftig ++.
Vor allem ist jedoch auf die Giftwirkung der Früchte hinzuweisen. Auch der Holzstaub kann Übelkeit und Schwindelgefühl hervorrufen.
Vergiftungserscheinungen Vergiftungssymptome oft erst nach 12 bis 18 Stunden.
— Übelkeit – Krämpfe – Schock – Temperaturanstieg – blutiger Durchfall mit Kolik – Leber- und Nierenschädigungen – Herzrhythmusstörungen – Lähmung der Kaumuskulatur – Krämpfe – Tod in Bewusstlosigkeit.

Habitus
Pfaffenhütchen wachsen zu stark verzweigten bis zu drei Meter hohen Sträuchern heran. An besonders guten Standorten einwickeln sie sich auch zu kleinen Bäumen mit einer Höhe von bis zu sechs Metern. Die Pflanzen besitzen eine hohe Ausschlagskraft, dadurch breiten sie sich auch vegetativ im Bestand aus.
Die relativ dünnen Seitenzweige stehen fast rechtwinklig ab.
Im Herbst macht der Strauch mit seinen interessanten Früchten auf sich aufmerksam. Es kommt jedoch häufig vor, dass sich die Blätter und damit auch die Augen nicht hundertprozentig auf der gleichen Höhe befinden. Diese leicht versetzte Gegenständigkeit ist charakteristisch für die Pflanze. Sie ist im unbelaubten Zustand auch an der Verzweigung gut zu sehen.
Wurzeln
Pfaffenhütchen entwickeln keine Pfahlwurzeln, sondern ein flaches und dicht verzweigtes Wurzelwerk.
Zweige
Das ganze Jahr über ist der Strauch an seinen vier Korkleisten gut zu erkennen, die die vierkantige Form der Zweige betonen.
Das Holz ist durchgehend gelb. Es ist zwar zäh und schwer spaltbar, jedoch wenig dauerhaft. Der Stammdurchmesser überschreitet selten 20 cm.
Blätter
Nur wenig typische Merkmale weisen die länglich-eiförmigen Blätter auf, die sich zur Spitze verjüngen. Der Blattrand ist leicht gesägt. Die Anordnung am Stängel ist gegenständig.
Blüte
Blütezeit: Mai
An langgestielten Trugdolden bilden sich gelblich grüne Zwitterblüten. Die vier Staubblätter stehen auf einem Diskus, der Fruchtknoten ist oberständig.
Blütenformel: K4 C4 A4 G(4)
   K = Kelchblätter
   A = Staubblätter
   C = Krohnblätter
   G= Fruchtknoten
Sie werden von vielen verschiedenen Insekten aufgesucht. Hauptsächlich: Fliegen, Bienen und Ameisen.
Früchte und Samen
Fruchtreife: September bis Oktober
Nach der Bestäubung entwickeln sich die Früchte, die sehr früh die typische viereckige Form aufweisen. Bereits im September reifen die ersten Früchte aus, das „Pfaffenhütchen” öffnet sich und die leuchtend orangenfarbenen Früchte werden sichtbar. Früchte, die nicht von Vögeln gefressen wurden, hängen bis ins Frühjahr in den Sträuchern.

Erste Hilfe
Bei akuten Vergiftungserscheinungen sollte umgehend ein Krankenhaus aufgesucht werden.

Bild und Text: Botanischer Sondergarten Wandsbek
 
 
 
2005     Giftpflanze     2007

Bitte beachten Sie die Rechte der Fotografen. Setzen Sie sich bitte mit der obigen Institution in Verbindung. Danke!
 
 
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Seite aktualisiert  23.22.2007