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Ringelblume
Foto: NHV
Ringelblume
Calendula officinalis
  (Linnaeus, 1753)

Die Ringelblume   Calendula officinalis (Linnaeus, 1753) ...
... ist Heilpflanze des Jahres 2009

Der NHV Theophrastus – ein gemeinnütziger Verein, dessen Hauptanliegen die Förderung traditioneller Naturheilkunde ist - hat durch eine Jury die Ringelblume (Calendula officinalis) zur Heilpflanze des Jahres 2009 gekürt. Aus neun von Therapeuten vorgeschlagenen Heilpflanzen ging sie als Siegerin hervor. Unterschiedlichste Gründe führten zu der einstimmigen Wahl: zum einen sind Ihre medizinischen Wirkungen gut erforscht und wissenschaftlich bestätigt. Zum anderen besticht diese Pflanze durch ihre sonnige Ausstrahlung und Lebenskraft. „Als Sportler schätze ich die heilende Wirkung der Ringelblume besonders bei Prellungen, Quetschungen und Verstauchungen“, begründete ein Jury-Mitglied seine persönliche Entscheidung.

Die Ringelblume ist ein einjähriges Korbblütengewächs mit einer etwa 20 cm langen Pfahlwurzel. Die 30 bis 60 cm hohe Pflanze bildet an dem aufrechten, teilweise verzweigten Stängel ab Juni Blütenkörbchen, die je nach Sorte mehr oder weniger gefüllt sein können und farblich zwischen hellgelben und kräftigen Orangetönen variieren.

Wissenschaftlich belegt ist zum Beispiel die positive Wirkung der Ringelblume bei schlecht heilenden Wunden einschließlich Unterschenkelgeschwüren, bei Verbrennungen und Ekzemen. Nachgewiesen wurden ebenfalls blutfettsenkende, galleflussanregende und abwehrsteigernde sowie krebshemmende Eigenschaften.
Traditionell wird die Ringelblume neben den bekannten äußerlichen Anwendungen auch innerlich z.B. bei Magen-Darm-Störungen und Magengeschwüren, Gallebeschwerden, Leberschwäche und Menstruationsproblemen eingesetzt. Auf das Nervensystem wirkt die Ringelblume beruhigend. Sie ist allein durch ihre warme orange Farbe in der Lage stimmungsaufhellend auf den Betrachter zu wirken.

Erste Aufzeichnungen über die Verwendung als Heilpflanze finden sich im 12. Jahrhundert bei Hildegard von Bingen. Sie empfiehlt „Ringele“ bei Vergiftungen durch üble Speisen. Bei Leonhardt Fuchs, Professor an der Universität in Tübingen kann man in seinem 1542 erschienenen „New Kreuterbuch“ lesen: „Die Blum in die Laug gelegt, macht schön gelb Har.“ Pfarrer Kneipp empfahl sie besonders bei bösartig aussehenden Geschwüren. Und aus den Weltkriegen gibt es Berichte, dass mit Ringelblume schwere Verletzungen hervorragend geheilt wurden.

Der deutsche Name „Ringelblume“ ist auf die ringförmigen Früchte der Pflanze zurückzuführen. Der Ursprung des wissenschaftlichen Gattungsnamens „Calendula“ ist nicht eindeutig geklärt.

Über Jahrhunderte hinweg stand die Ringelblume bei Bauern als „Wetterprophet“ in hohem Ansehen, denn sie faltet ihre Blüten zusammen, wenn schlechtes Wetter mit Regen aufzieht. Bei vielen Völkern wird die Ringelblume als Symbol für die Unvergänglichkeit geschätzt, weil sie so langlebig ist und den ganzen Sommer über immer wieder blüht. Aus diesem Grund war sie eine beliebte Grabpflanze und trug auch den Namen „Totenblume“.

Die Ringelblume ist für den Hobbygärtner leicht zu kultivieren. Im April ausgesät, blüht sie vom Juni an bis zu den ersten stärkeren Frösten. Sie dient zur Abwehr von Fadenwürmern, indem man Gemüsebeete, Kartoffel- oder Erdbeerpflanzungen mit Ringelblumen umrandet. Als sogenannter „Gründünger“ sorgt sie für eine Bodenverbesserung, da sie durch ihre Pfahlwurzeln die Erde tief lockert, die Restnährstoffe aus dem Boden bindet und damit vor Auswaschung bewahrt. Abgeschnitten, zerkleinert und leicht angetrocknet, kann die Pflanze dann oberflächlich in den Boden eingearbeitet werden.

Für Heilzwecke werden die voll entfalteten Blüten gesammelt. Zur weiteren, häuslichen Verarbeitung verwendet man nur die abgezupften, orangefarbenen Blütenblätter. Ob man einen wässrigen Aufguss, eine Salbe oder eine Tinktur bereitet, hängt davon ab, welche Wirkung erzielt werden soll. Der wässrige Aufguss wirkt z. B. schmerzstillend, pilzabtötend, bakterien- und virenhemmend. Entzündungshemmende Stoffe werden durch einen Alkoholaufguss gelöst, welcher weiter verarbeitet werden kann. Und wer die heilende Wirkung auf die Haut nutzen möchte, der sollte ein Ringelblumenöl oder eine Salbe bevorzugen.

Wem das alles zu viel Aufwand bedeutet, der kann natürlich Ringelblumenprodukte zu Heilzwecken im Reformhaus oder der Apotheke käuflich erwerben. Übrigens ist auch in vielen kosmetischen Produkten zur Schönheitspflege, in Lippenpomaden oder Zahncremes Calendula enthalten.

Ringelblumen können Abwechslung und Farbe auch in die Speisen bringen. Die filzig behaarten Blätter erzielen eine interessante geschmackliche Note in Blatt- oder Wildkräutersalaten. Die Blütenblätter sind für verschiedene herzhafte Brotaufstriche, Blütenbutter, Suppen oder in Kuchen verwendbar.

Vielleicht möchten auch Sie sich durch die Ringelblume die Seele erwärmen lassen oder sich eine der vielfältigen positiven körperlichen Wirkungen zunutze machen. Lassen Sie sich von dem „Sonnenheilmittel“ Ringelblume durch das Jahr 2009 begleiten!

Text und Bild: Maria Vogel, NHV Theophrastus
 
 
 
2008     Heilpflanze-NHV     2010

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Seite aktualisiert  11.21.2009