Echte Kamille Foto: V.d.H.D.
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Echte Kamille
Matricaria chamomilla
(Linnaeus, 1753)
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Die Echte Kamille Matricaria chamomilla (Linnaeus, 1753) ...
... ist Heilpflanze des Jahres 2002
Botanik:
Wer kennt sie nicht unsere gute Kamille? Sie ist eine einjährige Pflanze und wird ca. 50 cm hoch. Die Blütenstiele sind an den Enden hohl. Ebenso haben die Blütenköpfchen einen hohlen Fruchtboden. Das ist das Erkennungszeichen der Echten Kamille. Die Blütenköpfchen haben weiße Strahlenblüten, die bei Regen, in der Dunkelheit, sowie nach der Befruchtung abwärts gerichtet sind.
Geruch und Geschmack:
Der Geruch der Kamille ist typisch – würzig. Der Geschmack ist etwas würziger als der Geruch.
Blütezeit und Standorte:
Von Juni bis in den September findet man blühende Kamille. Die Standorte sind: Getreidefelder in Gemeinschaft mit anderen Kräutern wie Klatschmohn und Kornblumen. Aber auch auf trockenen Böden und in Fruchtfeldern wie Rübenfelder, Kartoffeläcker oder Kleefelder ist die Kamille anzutreffen.
Die Landwirtschaft sieht in dieser wichtigen Heilpflanze noch immer ein Unkraut. Durch die chemische Düngung und die Unkrautbekämpfung ist die Kamille leider aus den Feldern verschwunden. Aber die heilkräftigste Kamille wächst nur in einer Symbiose der genannten anderen Getreidekräuter. Da, wo der Boden chemisch behandelt wird, kann die Pflanze zu Heilzwecken nicht gesammelt werden, auch wenn sie noch so frisch aussieht!
Anwendung und Verwendung:
Gesammelt werden nur die Blütenköpfchen zur rechten Zeit und bei trockenem, sonnigem Wetter. Wird die Kamille nicht frisch verarbeitet, legt man die Köpfchen in dünne Lagen auf ein saugfähiges Tuch und lässt sie luftig, schattig trocknen. Das kann auch in einem Raum geschehen. Sind die Köpfchen trocken gibt man sie in einen luftdichten Behälter, der aus dunklem Glas sein sollte und nimmt keine Blechdosen! Die Beschriftung sollte nicht vergessen werden!
Das Trocknen in der Mikrowelle ist für Heilpflanzen, anderen Kräutern und Kräuter– und Körnerkissen völlig absurd!!
Die Ausführung über sammeln, trocknen sowie aufbewahren von Heilpflanzen muss deshalb so genau angegeben werden, weil hier die meisten Fehler gemacht werden, die den einmaligen Heilwert der Kamille und anderer Heilkräuter stark mindert.
Heil– und Wirkstoffe:
Die wesentlichsten Stoffe in der Kamille sind: Harze, ätherische Öle, Fett u.v.m. Bekannt ist das Kamillenöl, als Hauptwirkstoff der Kamille. Wird es frisch gewonnen, was dem Laien aber nicht gelingt, zeigt sich eine tiefblaue Farbe. Es ist das Azulen in der Pflanze. Und dieses Azulen, je mehr es in der Pflanze vorhanden ist, umso stärker ist die Heilkraft der Kamille. Nur der Standort, im natur belassenem Boden, in Gemeinschaft der anderen Beikräuter, bringt die gewünschte Heilwirkung!
Diese aufzuzählen fällt einem immer sehr schwer, da gerade diese Heilpflanze eine breite Palette von Anwendungen bietet.
Die Kamille ist wohl die wissenschaftlich am meisten untersuchte und erprobte Heilpflanze.
Von entzündungshemmender Wirkung im und am Körper, als Tee und Auflage, sowie als Inhalationen, Bädern und Kräutersäckchen sind Anwendungen möglich.
Bei.: Hautproblemen, Magen– u. Darmbeschwerden, eiternden Wunden, Unterschenkelgeschwüren, Aknen, Ekzemen, Ohrenschmerzen, Zahnschmerzen und Erkältungen, wirkt die Kamille schmerzstillend, beruhigend und entkrampfend. Zur Selbstmedikation kann jeder eine entsprechende Anwendung mit Kamille vornehmen. Jede ernstliche Erkrankung sollte jedoch erst vom Fachmann abgeklärt werden.
Es gibt viele Varianten der Kamille – aber es gibt nur eine Echte Kamille (Matricaria chamomilla) mit all den genannten gesundheitlichen Vorteilen!
Eine wahrlich göttliche Pflanze im großen Garten der Schöpfung. Und wie geht der Mensch zum Teil mit diesen Geschenken der Natur um? Vielleicht schauen wir uns im kommenden Sommer die Kamille einmal mit anderen Augen als bisher an.
Text und Bild: Gisela Schmidtlein
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