Das Krainer Widderchen Zygaena carniolica (Scopoli, 1763) ...... ist Insekt des Jahres 2008Berlin (28. Nov. 2007) Das
Krainer Widderchen ist das
Insekt des Jahres 2008. Der Schmetterling fällt mit einer Flügelspannweite von vier Zentimetern und der schwarzroten Färbung sofort auf. Die leuchtend roten Punkte auf schwarzem Vorderflügel sind seine Kennzeichen. Im Volksmund wird er deshalb auch
Blutströpfchenfalter genannt. Die Färbung ist eine Warnung für Feinde. Raupen und Falter sind giftig.
Der Falter trägt den Namen
Blutströpfchen zusammen mit noch einem Dutzend anderen, verwandten Widderchen, die sehr ähnlich aussehen. Das
Krainer Widderchen wurde für die ganze Gruppe der Blutströpfchenfalter ausgewählt. An ihren besonderen Fühlern kann man sie auch erkennen, die etwas verdickt und gebogen sind und deshalb an die Hörner eines Widders erinnern. Widderchen gibt es in Deutschland schon seit 30 Millionen Jahren, wie Funde in der Schwäbischen Alb belegen.
Das
Krainer Widderchen schlüpft frühestens im Juni aus einem gelben, gesponnenen Kokon, meistens in den Morgenstunden. Die Falter leben höchsten zwei Wochen, in denen sie tagsüber umherfliegen, auf der Suche nach Nektar und nach Partnern, um sich zu vermehren. Die Eier werden vor allem an zwei Pflanzen abgelegt: auf der Esparsette und auf dem Gemeinen Hornklee. Die unauffällig gefärbte Raupe häutet sich zweimal, um dann in die Winterruhe zu gehen. Im April oder Mai wird sie dann erneut aktiv, frisst sich satt und groß und häutet sich noch viermal. Die großen Raupen sind grünlich gefärbt mit schwarzen Flecken an den Seiten und auf dem Rücken. Sie spinnt ein Puppengespinnst, einen gelblichen Kokon an der Spitze eines Grashalms, aus dem nach etwa zwei Wochen der Schmetterling schlüpft. Vom Juni bis zum August sind die farbenfrohen Falter zu beobachten.
Man kann das
Krainer Widderchen bei Spaziergängen noch ab und zu sehen. Sein Lebensraum wird jedoch mehr und mehr eingeengt und er ist seltener geworden. Die Magerrasen, in denen die Raupen leben, werden immer weniger, da verbaut und aufgeforstet wird. Am Kaiserstuhl wichen die Magerrasen Weinbergen und damit sind die Falter dort ganz verschwunden. An Böschungen und Bahndämmen sind sie manchmal zu finden. Das
Blutströpfchen kommt in ganz Deutschland vor, bis auf die drei nördlichsten Länder Schleswig-Holstein, Nördliches Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, wo es wohl zu kalt ist. Es heißt übrigens
Krainer Widderchen, weil es in der Krain in Slowenien erstmals beschrieben wurde.
Die Hauptnahrungsquelle der Raupen ist die Esparsette, eine bis sechzig Zentimeter hohe, rosa blühende Pflanze, die zu den Schmetterlingsblütlern gehört. Sie wächst auf ärmeren, etwas sandigen Kalkböden, eben den typischen Magerrasen. Aus einer Rosette von 10 bis 15 cm langen Fiederblättchen treibt sie verästelte, langgestielte Blütentrauben. Der
Blutströpfchenfalter wird daher manchmal auch
Esparsetten-Widderchen genannt. Aber Hornklee frisst er auch. Die Falter besuchen außerdem Disteln, Flockenblumen und viele Dolden- und Korbblütler, um dort Nektar aufzunehmen.
Raupen und Falter der
Krainer Widderchen produzieren Blausäure und warnen gleichzeitig ihre Feinde mit ihren grellen Farben davor, sie zu fressen. Man sollte sie also nicht berühren und Kinder davor bewahren, die giftigen Raupen in den Mund zu nehmen.
Text und Foto: Kuratorium Insekt des Jahres
Bild unten links: Drei Blutströpfchen auf einer Blütendolde. Hier sind die roten Flecke von einem besonders breiten, weißen Rand umgeben (Quelle: Thomas Keil, Dresden)
Bild unten mitte: Die großen Raupen sind grünlich gefärbt mit schwarzen Flecken an den Seiten und auf dem Rücken (Quelle: Thomas Keil, Dresden)
Bild unten links: Der Falter ist bereits aus dem gelben Kokon geschlüpft und hat die leere Puppenhülle zurückgelassen (Quelle: Thomas Keil, Dresden)
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