Gemeine Blutzikade Foto: Angela Schwarz
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Gemeine Blutzikade
Cercopis vulnerata
(Rossi, 1807)
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Die Gemeine Blutzikade Cercopis vulnerata (Rossi, 1807) ...
... ist Insekt des Jahres 2009
(18. November 2008) Insekt des Jahres 2009 ist die Gemeine Blutzikade, die ganz harmlos ist und nur an Pflanzen saugt. Der Name des neun bis elf Millimeter großen, schwarzen Tieres kommt von dem auffallend roten Muster auf den Flügeln, die dachförmig zusammengelegt werden. Sie ist wie bisher die meisten Insekten des Jahres recht häufig und soll mit ihrer schönen Färbung für Sympathie für alle Insekten werben. Die Blutzikade hat sich in den letzten Jahren nach Norden bis nach Süddänemark verbreitet. Aber sie ist eine schlechte Fliegerin. Zum ersten Mal wird mit der Blutzikade ein Insekt des Jahres für den gesamten deutschsprachigen Raum, also für Österreich, die Schweiz und Deutschland deklariert.
Die Blutzikade gehört zu den Schaumzikaden, deren Larven in einem Schaumnest leben, der von Kindern als Kuckucksspucke bezeichnet wird. Der klebrige Schaum schützt sie vor Feinden und sie trocknen nicht aus. Die Larven der Blutzikade leben unterirdisch an Wurzeln in nicht zu trockenen Magerrasen, Weiden, Waldlichtungen und Weg- und Grabenrändern, sogar in Gärten, allerdings kaum auf Mähwiesen. Blutzikaden überwintern als Larven im Boden in zehn bis 15 Zentimeter Tiefe. Anfang Mai bis Juli sind dann die rotschwarzen Tiere zu sehen.
Die Blutzikade ist eine gute Springerin, eine Fähigkeit, die sie mit vielen Zikaden, vor allem aber mit den Schaumzikaden gemeinsam hat und die ihr häufig das Leben rettet. Mit ihrer Warnfärbung täuscht sie nur Giftigkeit vor. Bei Gefahr scheidet sie aus den Fußspitzen eine übelriechende, jedoch offenbar ungiftige Flüssigkeit aus, sodass dem Räuber der Appetit vergeht. Wie viele Zikaden so singt auch die Blutzikade mit einem besonderen Organ, dem Tymbal, das an beiden Seiten der Basis des Hinterleibrings liegt. Die Männchen schlagen dabei kräftig mit den Flügeln. Manchmal werden die Weibchen mit den Vorderflügeln betrillert. Für uns ist der Gesang zu leise, wir können ihn nicht hören. Die Eiablage wurde bisher noch nie beobachtet.
Mit der Blutzikade wurde erstmals eine Zikade zum Insekt des Jahres gekürt. Damit soll auf diese, auch bei uns verbreitete Gruppe aufmerksam gemacht werden. Zikaden sind jedem von Reisen in die Tropen bekannt. Das ohrenbetäubende Zirpen kann zwar störend sein, aber es ist auch schön, eben ferienmäßig tropisch. Die Sänger sind die mehrere Zentimeter großen Singzikaden, ein Name, der vergeben wurde, als noch nicht bekannt war, dass die Kleinzikaden auch singen. Weltweit gibt es etwa 40.000 Zikaden, davon 2.500 Schaumzikaden, in Mitteleuropa 800 Kleinzikaden. Sie saugen an den Leitungsbahnen der Pflanzen mit zuckerreichem Saft. (WW)
Text und Foto: Kuratorium Insekt des Jahres
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