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Die Laudatio
zur 25-Jahrfeier des VSK

Wie aus den Unterlagen der Vereinsgeschichte des Vogelschutzvereins Kefenrod hervorgeht, wurde dieser Verein am 29.03.1962 gegründet. Zum Vorsitzenden wurde der seitherige Ortsvertrauensmann der Ortsgruppe Kefenrod, Willi Sinner, gewählt. In dem Vorstand arbeiteten die Herren Walter Stang, Heinrich Webelholz und Hermann Reutzel tatkräftig mit. Der Verein hatte 23 Mitglieder. 1964 zählte der Verein bereits 34 Mitglieder. Willi Sinner legte in diesem Jahr (1964) sein Amt nieder.

Von 1965 - 1968 gibt es leider nichts zu berichten, denn hier kam die ganze Vereinsarbeit zum Erliegen.

Das Wiederaufleben des Vereins begann 1969. Ein neuer Vorstand wurde gewählt. Karlheinz Altvatter, Jan Heerd, Heinz Kehm und Konrad Schlögel. Die Verbandsbeiträge an den DBV wurden dem Verein für die in Ruhe gestellten 5 Jahre erlassen. Der Verein zählte inzwischen wieder 23 Mitglieder. Aber es sollte aufwärts gehen. 1969 wurde eine Jugendgruppe gegründet, die auch den Verein tatkräftig unterstützte. Verantwortlich für die Jugendarbeit war Karlheinz Altvatter.
Ein Weiterleben der Jugendgruppe scheiterte daran, dass es uns an Räumlichkeiten mangelte, das heißt im Klartext: Wir hatten selbst keinen Raum und bekamen erst nach langen Verhandlungen mit der Gemeinde glücklicherweise im vergangen Jahr einen Raum zur Verfügung gestellt. Hier müssen aber erst noch einige Renovierungsarbeiten durchgeführt werden.

1970 wurde Herr Horst Schlögel als Schriftführer in den Vorstand gewählt. Hier sei besonders hervorzuheben, dass dieses Amt von ihm mit sehr viel Eigeninitiative hervorragend geführt wurde. Der Verein konnte mehr als zufrieden sein, einen so gewissenhaften Schriftführer in seiner Mitte zu haben. In dieser Zeit entstand auch die Zeitschrift "Schwalbe". Leider stellte er seinen Posten 1985 zur Verfügung. Diese Lücke ist bis heute noch nicht ganz geschlossen.

Am 3. September 1972 wurde die bauamtlich genehmigte Schutzhütte in dem Vogelschutzgehölz unter Leitung des damaligen Vorsitzenden Jan Heerd eingeweiht. Die feierliche Einweihung wurde von dem Männerchor Kefenrod untermalt. Diese Schutzhütte wurde bei einem Herbststurm stark beschädigt. Der Schaden wurde aber zwischenzeitlich von Vereinsmitgliedern wieder behoben.

Unvergessen bleibt uns das Sommernachtsfest vom 21. Juli 1973 in Erinnerung, das in der Scheune unseres Mitgliedes (leider schon verstorben) Bodo Weber abgehalten wurde.
Wir schreiben das Jahr 1974. Bei der Aktion "Unser Dorf soll schöner werden" beteiligte sich der Vogelschutzverein sehr rege. Sie nahmen das Backhaus in Angriff. Ausbesserung des Außenputzes, Erneuerung und Anlegung des Außenanstriches, Ersetzen der zerstörten Fenster durch Glasbausteine. Türen und Gebälk wurden erneuert, schließlich wurde die Entmoosung des Daches durchgeführt. Insgesamt wurden hierfür ca. 160 Arbeitsstunden aufgewendet.
Auf Anregung des Kreisverbandes wurde ein Zusammenschluss der Arbeitsgruppen mit Bindsachsen, Hitzkirchen, Wolferborn, Michelau und Rinderbügen gegründet.
Aus dem Jahr 1974 ist außerdem noch zu erwähnen, dass eine Säuberungsaktion der Gemarkung stattfand. Ca. 8 Wagen Unrat wurden gesammelt und abtransportiert. Zwischenzeitlich fanden weitere Entrümpelungsaktionen in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr statt.

Auf Initiative des Vogelschutzvereins ging im Dezember 1975 eine Einladung an alle örtlichen Vereine, die beinhaltete, man möge doch in Zukunft eine Terminabsprache über die einzelnen Vereinsveranstaltungen treffen. Diese Aufgabe wurde in der Zwischenzeit aber von der Aktions- oder Vereinsgemeinschaft übernommen.

1976 veranstaltete unser Verein eine Ausstellung, die auch lobenswert in der Frankfurter Rundschau erwähnt wurde. Eine Ausstellung - nur in einem größeren Ausmaß - fand 1978 statt, und zwar im Saal des Vogelsberger Hofes.

Jan Heerd stellte 1978 seinen 1. Vorsitzenden aus beruflichen und familiären Gründen zur Verfügung. Er verließ - bedingt durch den Umzug - unseren Heimatort. Jan Heerd war ein Vorsitzender, der sich nicht nur in der Ornithologie bestens auskannte. Ebenso wusste er über Fauna und Flora zu berichten.
Unter seiner Leitung fanden Gemarkungswanderungen, Vogelstimmenwanderungen, Lichtbildervorträge sowie naturkundliche Quize statt.
Die Lücke, die Jan hinterließ, wurde von Hans Wagner geschlossen. Hier hatte der Verein eine glückliche Hand bei der Wahl des Mannes an der Spitze bewiesen. Er verstand es, dass die Ausstellung mit der Jugendgruppe 1978 ein voller Erfolg wurde. Aber seine Amtszeit währte nur 2 Jahre. Bedingt durch Umzug verließ er unseren Heimatort. Es hat wirklich nichts mit der Bevölkerung etwas zu tun, dass uns die Vorsitzenden immer verlassen, in erster Linie waren es berufliche Bindungen.

1980 konnte sich der Vogelschutzverein endlich stolzer Grundstücksbesitzer nennen. Nach langatmigen Verhandlungen glückte endlich der Kauf des 0,6 ha. großen Grundstückes "Am Rosselberg". Der Kaufpreis betrug 4.500,-- DM. (Anmerkung: entspricht 2.297,33 Euro)

1980 trat nun ein neuer Mann an die Spitze des Vereins. Wer kennt ihn nicht. Ein Mann, aus dem der Witz und Humor bei Veranstaltungen nur so sprühte, war unser Mitglied Walter Kurt Reitz. Ein Talent im Organisieren. Leider stellte auch er sein Amt zur Verfügung. Sein Kommentar war: Es sind doch Jüngere da, die sollen sich auch mal die Köpfe zerreißen. Nur wer selbst einige Jahre die Halfter fest in der Hand hielt, kann auch ermessen, wie anstrengend doch eine gute Vereinsführung ist. 5 Jahre dauerte die Amtszeit unseres Freundes Kurt Walter, bis Rainer Stock, dieses Mal aber ein Zugezogener, 1986 das Steuer in die Hand nahm. Wir hoffen ja alle, dass seine Amtszeit noch einige Jahre dauert, nachdem er die Vorbereitungen der Kerb bestens organisiert hat und jetzt wieder mit der 25-Jahrfeier konfrontiert wurde. In einem Jahr zwei solche Veranstaltungen sind ja nicht leicht zu verkraften.

Aber mit einem eingespielten Team kann ja so leicht nichts schiefgehen.
Das Vereinsschiff, so will ich es einmal nennen, erlebt Höhen und Tiefen, da wird Können verlangt, wenn es gilt, gefährliche Riffe zu umsegeln - oder es kommt ein Windsturm auf, von einem Orkan gar nicht zu reden.
Bis jetzt hat unser Schifflein aber immer sicher den Heimathafen erreicht.

Ein Mann, der bis jetzt fast alle Vorsitzenden kommen und gehen sah, ist unser Kassenmann oder Schatzmeister Hans Jürgen Freymann. Seine Kassengeschäfte versieht er von 1975 bis heute.
Die weiteren Vorstandsmitglieder sind:
     Karlheinz Altvatter von 1969 - 1981 und jetzt ab 1987
     Wilhelm Breetz 1981
     Robert Appel 1984
     Raimund Freymann 1987
Wie schon erwähnt, sucht der Verein noch einen Schriftführer. Freiwillige sind gern willkommen.

Selbstverständlich wird auch die Zusammenarbeit und der Zusammenhalt mit den örtlichen Vereinen gepflegt. Wir nahmen an mehreren Quizveranstaltungen von 1972 - 1986 teil. Organisator war hier der Männergesangverein Kefenrod. Anlässlich der Fahnenweihe des Männerchors erreichte die Truppe des Vogelschutzvereins 1986 den ersten Platz. Der Pokal, den wir überreicht bekamen, wurde aber auch entsprechend eingeweiht.
1986, bei der Dorfolympiade, an der auch japanische Gäste teilnahmen - Organisator war hier der leider schon verstorbene Kalle Müller - belegte unsere Truppe den 2. Platz. Das bedeutete aber, dass sie von den örtlichen Vereinen am besten abschnitten, denn der erste Platz ging nach Gedern zu dem MSC. Wir hatten uns aber nur nach dem Motto beteiligt: Dabei sein ist alles

Wir haben die 600-Jahrfeier der Gemeinde 1960 mitgestaltet durch ein Laienspiel. Ein Motivwagen war ein Bestandteil des Festzuges.
Des weiteren beteiligte sich unser Verein an den Weihnachtsmärkten. Die Einnahmen gingen als Spende an die Krebshilfe und an die Diakoniestation.
Vereinsausflüge wurden veranstaltet. Wer erinnert sich nicht gern an 1978 zurück, als wir zur Adlerwarte fuhren. Das Senckenbergmuseum, Räden an der Zonengrenze oder die Lochmühle im Taunus. Unser Motto war: Vereinsmitglieder sollen auch die Kinder mitnehmen können.
Bei den Kindern kamen diese Ausflüge bestens an.
Von unserem Verein wurden Ruhebänke gestiftet, die auch dann aufgestellt wurden.
Natürlich wurden diese Bänke selbst angefertigt. Die Jugendgruppe bastelte Adventskränze, die dann an ältere Einwohner des Dorfes ausgeteilt wurden. Mit meinen Ausführungen komme ich nun zum letzten, aber wichtigsten Teil, nämlich dem Vogelschutz selbst und dem Naturschutz.
Diese wichtigen Aufgaben werden mehr oder weniger, für die Bevölkerung deshalb nicht immer wahrnehmbar, ohne viel Aufhebens verrichtet.

Im Vordergrund wird heute, bedingt durch fortschreitende Eingriffe in die Natur, das Hauptaugenmerk auf den Schutz von bestandsgefährdeten Vogelarten, Anpachtungen und Betreuung von Feldgehölzen und Brachland gerichtet. Im Laufe der Jahre wurden die Grundstücke "An der Saugasse", "Birkenhecke" als Klein-Öko-Zellen von der Gemeinde angepachtet, auf denen teilweise Anpflanzungen vorgenommen wurden.
1986 wurde eine Feuchtwiese langzeitig angepachtet. Hier soll ein Feuchtbiotop errichtet werden. Die Planung liegt beim DBV Kreisverband und der Unteren Naturschutzbehörde. Auf Initiative des Vogelschutzvereins wurden in Kefenrod 1986 ca. 120 Apfelbäume angepflanzt. Weitere Pflanzaktionen erfolgten am Wasserschutzgebiet. Hecken wurden angepflanzt, es erfolgten Heckenverjüngungen und Heckenrückschnitte.
Wir bauen und betreuen Nistkästen und tragen somit zur natürlichen Schädlingsbekämpfung bei. Die Nistkastenreinigung darf dabei nicht unerwähnt bleiben. Nistkastenkontrollisten und Schwalbenkontrollisten werden geführt, außerdem kommen noch dazu die Bestandslisten der verschiedenen Vogelarten.
Zweitrangig stehen die Winterfütterungen der Vögel an, die meistens von Vorstandsmitgliedern durchgeführt wird.

In den 25 Jahren hat der Vogelschutzverein:
     5835 kg Sonnenblumenkerne
       290 kg Waldmischfutter für Bodenfresser
       450 kg Talg und Fett
     und ca. 200 kg Innereien für Greifvögel verfüttert.

Es bliebe noch sehr viel zu sagen, aber belassen wir es beim Wesentlichen. Wir wollen es nicht versäumen, uns auf diesem Wege bei der gesamten Bevölkerung für die Unterstützung und gute Zusammenarbeit zu bedanken.
Unser Dank gilt auch denjenigen, die nicht mehr unter uns weilen. Wir wollen uns bitte von den Plätzen erheben und unseren verstorbenen Mitgliedern gedenken. - Dankeschön.

Auch diejenigen, die seither sich nicht so sehr mit der Natur verbunden fühlten, können ihr Nötigstes noch dazu beitragen.
Es ist noch nicht zu spät etwas zu tun, helfen auch Sie "ALLE" mit, dass wir unseren Nachkommen noch eine einigermaßen lebenswerte Natur hinterlassen. Die Natur kann ohne den Menschen leben, aber der Mensch nicht ohne Natur.

Für Ihr Interesse bedanke ich mich.

     Für den Inhalt zeichnet: Christa Freymann

 
 
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Seite aktualisiert  13.01.2010