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Foto: Naturfreunde internationale
Die Maasregion
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Die Maasregion ...
... ist Landschaft des Jahres 1997/1998

Besser Leben mit der Maas

Alle zwei Jahre wählen die Präsidenten der zwanzig Landesverbände der Naturfreunde Internationale eine grenzüberschreitende und ökologisch wertvolle Region in Europa zur „Landschaft des Jahres“. Generelle Zielsetzung der Aktion ist, eine Nachhaltige Entwicklung von Regionen zu befördern und zu unterstützen. Die „Landschaft des Jahres“ will die aktive Auseinandersetzung mit der Region ermöglichen, gemeinsam mit der Bevölkerung Zukunftsinitiativen für eine nachhaltige Entwicklung erarbeiten und entsprechende Projekte initiieren, die auch nach der Aktion „Landschaft des Jahres“ weiter wirken.

Das Projekt „Landschaft des Jahres 1997/98Maas/Meuse“ wird von der Naturfreunde Internationale in Zusammenarbeit mit den vier Mitgliedsverbänden „Union Touristique Les Amis de la Nature“ (Frankreich), „Fédération Wallonne des Amis de la Nature“ (Wallonien), „A.T.B. De Natuurvrienden“ (Flandern) und „NIVON“ (Niederlande) durchgeführt.

Die Maasregion – Landschaft der Vielfalt
Mit 925 km Länge zählt die Maas zu den bedeutendsten Flüssen Europas. Entlang ihres Laufes von Pouillyen–Bassigny (F) bis zur Mündung bei Rotterdam (NL) verbindet sie etwa 5 Millionen Menschen unterschiedlicher Sprachen und Kulturbereiche und eine Vielfalt von Landschaften. Am Oberlauf in Frankreich mäandert das von Weiden gesäumte silbrige Band – das hier treffend die „launische Maas“ genannt wird – durch Wiesen und Felder, Streuobsthaine, Weinberge und Wälder. In Wallonien, bedrängt von den Ardennen (Landschaft des Jahres 1992), wird die nun grünlich schimmernde Maas breiter und sucht sich unter malerischen Kalkklippen ihren Weg. In Limburg tritt der Fluss in die Ebene ein, um gleich bei Maastricht den größten Teil seines Wasser für die großen Schiffahrtskanäle in Flandern (Landschaft des Jahres 2001/2002) und den Niederlanden abzugeben. Dafür schaffen zahlreiche Naturentwicklungsgebiete am Fluss neuen Lebensraum für Pflanzen, Tiere und den Menschen. Die bei der Kiesgewinnung ausgebaggerten Krater haben die Grenzmaas in eine attraktive Seenplatte verwandelt, wo sich heute Freizeitsegler und Surfer tummeln. Gegen die Niederlande zu werden die Deiche der Maas immer höher, um das niedrig gelegene Land vor Hochwässern zu schützen. Schließlich mischen sich die Wasser von Maas, Rhein und Waal auf ihrem Weg zu Rotterdam, wo die Maas beim größten Hafen Europas in die Nordsee mündet.

Die Maasregion ist einer der ältesten Kulturräume Europas. Neben den Spuren der europäischen Geschichte aus der Römerzeit bis heute kann man eine reichhaltige Regionalkultur – von Architektur über traditionelles Handwerk bis zu Speisen und Getränken – erleben und genießen, die in den letzten Jahren immer mehr Besucher in die Region lockt.

Lebensraum Maas
Die Maas ist seit Jahrhunderten eine wichtige Lebensader der Region. Über die Nutzung als Transportweg war sie ein wichtiger Motor einer industriellen Entwicklung. Besonders in den letzen hundert Jahren haben Eisen– und Stahlindustrie sowie der Kohlebergbau das Gesicht und das Leben der Region geprägt und lange Zeit zu Wohlstand und Fortschritt beigetragen. In den letzten Jahrzehnten mussten jedoch zahlreiche Probleme und Rückschläge in der Entwicklung verkraftet werden.

Wasserqualität
Das Wasser der Maas dient der Trinkwasserversorgung von etwa 6 Millionen Menschen, unter anderem auch der nicht an der Maas liegenden Ballungsräume von Brüssel, Antwerpen, Rotterdam und Den Haag. Hohe Pestizid– und Düngemitteleinträge in Frankreich und den Niederlanden und Industrieabwässer in Wallonien den Niederlanden haben die Wasserqualität der Maas in den letzten Jahrzehnten empfindlich verschlechtert. Dazu kommt die thermische Belastung durch Industrieabwässer.

Hochwässer und Trockenperioden
Die weitgehende Verbauung und Eindeichung des Flusses, im besonderen ab der französisch/belgischen Grenze und die Ableitung eines Großteils des Wassers in Limburg für drei Schiffahrtskanäle in Belgien und den Niederlanden führen zu extremen Wechseln zwischen Hochwässern bei Starkregen mit gefährlichen Überschwemmungen und Niedrigwasser in Trockenperioden mit entsprechenden Problemen bei der Sauerstoffversorgung des Flussökosystems. Der fortgesetzte Ausbau der Deichanlagen führt verstärkt die Hochwassergefahr, der man durch den Bau immer höherer Deiche zu begegnen versucht.

Strukturkrise der traditionellen Wirtschaft
Die Strukturkrise in traditionellen Industriebereichen der Region (KFZ–Industrie in Frankreich, Eisen– und Stahlindustrie in Wallonien) sowie die Schließung des Kohlebergbaus im flandrischen und im niederländischen Teil der Maasregion haben zu einer überdurchschnittlich hohen Arbeitslosenrate von mehr als 12 % beigetragen, in manchen Orten sogar mehr als 20 %. Eine Neuorientierung der Wirtschaft in Richtung Natur– und Kulturtourismus sowie moderne Dienstleistungen soll neue Zukunftsbereiche erschließen.

„Besser leben mit der Maas
Seit Jahren gibt es intensive Bemühungen in den einzelnen Ländern und auf zwischenstaatlicher Ebene, die ökologischen Probleme der Maasregion in den Griff zu bekommen. Neben internationalen Programmen und Verträgen (z. B. Internationales Abkommen zum Schutz der Maas von 1994, die internationale Maaskommission oder das Programm „Meuse internationale“ des WWF) gibt es auch schon zahlreiche Projekte für eine nachhaltige Umorientierung der Maasregion.

Gerade die Krise der traditionellen „Nutzung“ der Maas zeigt die Notwendigkeit einer Umorientierung in Richtung eines Nachhaltigen Wirtschaftens. Die Aktion Landschaft des Jahres der Naturfreunde will zu dieser notwendigen Umorientierung beitragen.

Text und Bild: Naturfreunde internationale
 
 
 
1996     Landschaft     1998

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Seite aktualisiert  23.22.2007