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Das alte Flandern
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Das alte Flandern ...
... ist Landschaft des Jahres 2001/2002
Das alte Flandern – Landschaft des Jahres 2001/02
Am 17. Juli 2001 wurde im kleinen französischen Ort Cassel die Region Das alte Flandern an der Grenze zwischen Frankreich und Belgien zur Landschaft des Jahres 2001/2002 proklamiert. Alle zwei Jahre wählen die Präsidenten der 21 Landesverbände der Naturfreunde Internationale eine grenzüberschreitende und ökologisch wertvolle oder gefährdete Region in Europa zur Landschaft des Jahres. Das von Jacques Brel viel besungene flache Land an der Nordseeküste mit seinen Dünen, Marschen, Poldern, Kanälen und fruchtbaren Hügellandschaften verbindet eine gemeinsame Lebenskultur, die über die oftmals wechselnden Grenzen hinweg sich über Jahrhunderte entwickelt und erhalten hat.
Umwelt und Lebensqualität der Region sind durch viele Entwicklungen bedroht, aber das alte Flandern ist auch eine Landschaft mit Zukunft. Zwischen den Dünen und den Belfrieden (Stadttürmen) der Städte, aber auch in den Scheldeniederungen entwickelt sich ein sanfter Natur– und Kulturtourismus, die typischen Produkte der Region werden wieder entdeckt und kultiviert; in vielen Orten und Städten entwickeln sich moderne Dienstleistungsindustrien. Im Rahmen von lokalen Agenda–21–Programmen wird versucht, diese Entwicklung im Sinne der Nachhaltigkeit zu beeinflussen.
Die Naturfreunde wollen mit der Auszeichnung zur Landschaft des Jahres das Bewusstsein für den Wert der noch bestehenden Natur– und Kulturlandschaften besonders im Hinterland der Küste fördern und diesen Prozess der Umorientierung der Region in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung für eine bessere Umwelt und Lebensqualität der Bevölkerung unterstützen.
Pressetour durch die Landschaft des Jahres
Bei der traditionellen Pressetour durch die Landschaft des Jahres wurden vor allem die wesentlichen Zukunftsthemen der Region in den Vordergrund gestellt:
Schutz der Dünen und Naturschutzgebiete: Vor allem an der Belgischen Küste hat eine starke Verbauung die traditionellen Habitate weitgehend zerstört, die wenigen Dünenlandschaften stehen inzwischen jedoch unter Schutz. Natur und Landschaft des Hinterlandes sind jedoch noch intakt und sollten durch entsprechende Maßnahmen – wie zum Beispiel die Einrichtung und Erweiterung von grenzüberschreitenden Parc naturels régionaux für die Zukunft auch gesichert werden, dies um so mehr, als diese Region ein wunderbares Ausflugsgebiet darstellt.
Sanfter Tourismus im Hinterland: Die Kultur des Hinterlandes ist ein einmaliger Vorzug dieser Region und sollte durch den Ausbau des Rad– und Wanderwegenetzes verbessert erschlossen werden. Die Naturfreunde planen, einen Kulturweg durch die Landschaft des Jahres zu erstellen.
Wechselvolle Geschichte der Region: in der Region wird die wechselhafte Geschichte Europas begreiflich – von der Urbarmachung durch Mönche, über die Trockenlegung der Küstenlandschaften, die Handelszeit des Mittelalters, die Industrialisierung in Europa bis zu den Weltkriegen.
Erhaltung der Kulturlandschaft: Zahlreiche Initiativen versuchen, die typischen Elemente der flandrischen Kulturlandschaft wieder zu beleben bzw. zu erhalten: der Anbau von Hopfen als Grundlage einer regionalen Bierkultur oder der Schutz von Hecken und kleinen Teichen (Maaren) mit Kopfweiden am Ufer.
Das alte Flandern ist eine Reise wert!
Das alte Flandern ist sicherlich keine Urlaubsregion, deren Vorzüge sich marktschreierisch aufdrängen. Der Erlebniswert erschließt sich nicht in großen Angeboten, sondern in vielen kleinen Details – und das an jeder Ecke der Region. So kann man heute in Flandern überall Rad fahren, wandern, reiten, mit dem Boot fahren, mountainbiken oder einfach herumflanieren. Kleine Hotels und ländliche Betriebe wie die gîtes ruraux und die fermes auberges bieten eine gemütliche Unterkunft, viele Museen und Besichtigungsmöglichkeiten verschaffen Abwechslung und Eindrücke für viele Tage. Ideal für einen nachhaltigen Tourismus, der versucht, nicht wenige Massenangebote in den Mittelpunkt zu stellen, sondern auf den bestehenden Vorzügen und Angeboten des Landes aufbaut, den Besucher in das Leben hineinzieht und damit die Früchte des Tourismus allen zu Gute kommen lässt. Vielleicht liegt hier die Zukunft Flanderns – an den Brücken dazu wird schon fleißig gebaut.
Text und Bild: Naturfreunde internationale
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