Das Goldene Frauenhaar Polytrichum commune (Linnaeus, 1753) ...... ist Moos des Jahres 2010Dieses Moos ist vielen als das Lehrbuchmoos noch aus der Schulzeit, zumindestens als Abbildung, in Erinnerung. Die im Volksmund als
Widertonmoos bekannte Pflanze wächst vor allem an feuchten bis nassen Standorten, wird bis zu einem halben Meter hoch und hat im feuchten Zustand Ähnlichkeit mit der Miniaturausgabe einer Fichte. Die lange rote Seta trägt eine scharfkantige Kapsel mit einer glockenförmigen gelben Haube. An geeigneten Stellen kommt dieses Moos in großen Flächen vor und ist deshalb sehr auffällig.

In früheren Zeiten war
Polytrichum commune den Menschen viel bekannter als heute. So schreibt zum Beispiel Carl von Linné in seiner „Lappländischen Reise“ in dem Abschnitt „Lapponia Lykselensis“, dass man damals in Lappland eine mit
Polytrichum commune dicht bewachsene Fläche von der Größe eines Bettes ausstach, es an der Unterseite abschnitt, dann von der Erde abhob und als Schlafunterlage oder auch als Zudecke benutzte. Ähnliches ist auch aus verschiedenen Gebieten Deutschlands, besonders im nördlichen Teil, bekannt.
In neuerer Zeit geht der Bestand an
Polytrichum commune durch Entwässerung von Brüchen, Feuchtwiesen und die Kultivierung von Mooren zurück. In feuchten Waldgebieten ist dieses Moos auch heute noch oft anzutreffen, wird in trockeneren Bereichen aber von dem sehr ähnlichen
Polytrichum formosum ersetzt.
Als Charaktermoos verschiedener feuchter Biotope steht das
Widertonmoos stellvertretend für viele zunehmend gefährdete Pflanzen.
Text: Johann Siebelds - BLAM / Foto Fruchtkörper: Michael Schön
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