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Schwarzes Kohlröschen
Foto: AHO
Schwarzes Kohlröschen
Nigritella nigra subsp. rhellicani
  ((Teppner & E. Klein) H. Baumann, Künkele & Lorenz, 2004)

Das Schwarze Kohlröschen   Nigritella nigra subsp. rhellicani (Teppner & E. Klein) H. Baumann, Künkele & Lorenz, 2004) ...
... ist Orchidee des Jahres 2007

Das Schwarze Kohlröschen als ihr bekanntester Vertreter repräsentiert die kleine Gruppe der Berg-Orchideen. Mit seiner Wahl zur Orchidee des Jahres 2007 durch die Arbeitskreise Heimische Orchideen in Deutschland (AHO) soll auf die Problematik des Schutzes und der Erhaltung alpiner Lebensräume hingewiesen werden.

Das Schwarze Kohlröschen, im Volksmund auch Braunelle oder Brändeli genannt, ist heute in Deutschland nur noch in den Naturräumen „Schwäbisch-Oberbayerische Voralpen” und „Nördliche Kalkhochalpen” in Südbayern zu finden, ein Vorkommen am Feldberg im Schwarzwald ist seit längerer Zeit erloschen. Es besiedelt alpine Magerrasen (Blaugrashalden, Borstgrasmatten) – auch offene Stellen im Zwergstrauchgestrüpp – meist auf Kalk, aber auch auf sauren Böden zwischen 1200 und 2350 m, nur ganz selten verirrt es sich auch einmal in tiefere Lagen bis auf 900 m hinunter.

Die bis zu 20 cm hohen Pflänzchen haben grasartig schmale, aufrecht stehende Blätter. Der dichte Blütenstand ist anfangs kegelförmig, voll erblüht eiförmig. Die kleinen Blüten sind dunkel braunrot, von weitem fast schwarz, nur selten findet man weißgelbe, hellrote oder – in den Dolomiten – auch gelbrote Farbvarianten. Im Gegensatz zu den meisten anderen heimischen Orchideen steht die dreieckige Lippe mit ihrer ausgezogenen Spitze nach oben, sie ist am Lippengrund nicht eingerollt. Die Blüten duften intensiv nach Schokolade oder Vanille. Die Blütezeit liegt je nach Höhenlage zwischen Ende Juni bis Mitte August. Als Bestäuber wurden Schmetterlinge (Widderchen, Eulen) beobachtet.

Das Kohlröschen bildet gelegentlich mit der Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea) oder der Wohlriechenden Händelwurz (Gymnadenia odoratissima) natürliche Hybriden, die durch schräg stehende Lippen, hellere Blütenfarbe und einen längeren Blütenstand auffallen. Ganz selten findet man auch Bastarde mit dem Fuchs’ Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii) oder der Weißen Höswurz (Pseudorchis albida).

Gefährdet ist Nigritella rhellicani durch Überweidung der Almen. Besonders schädlich ist die Schafbeweidung, da die Tiere gerne in den Gipfellagen grasen. In den Allgäuer Alpen werden Almen teilweise sogar gedüngt. Aber auch Bergwanderer gefährden durch Trittbelastung die empfindlichen alpinen Rasen, die Unsitte des Abpflückens läßt sich leider nicht ausrotten. Große Schäden entstehen durch die Anlage von Skipisten und den überzogenen alpinen Wegebau zur Erschließung der Almen.

In Bayern gehört das Schwarze Kohlröschen zu den besonders geschützten Pflanzen, laut Roter Liste ist es noch ungefährdet. Die Pflanze profitiert dabei von der großräumigen Unter-Schutz-Stellung weiter Gebiete der Vor- und Hochalpen, so der Allgäuer, Ammergauer und Chiemgauer Alpen, des Wetterstein- und des Karwendelgebirges sowie der Berchtesgadener Alpen als Nationalpark.

Text: Peter MÜLLER, AHO Bayern
 
 
 
2006     Orchidee     2008

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Seite aktualisiert  19.21.2009