Papageigrüner Saftling Foto: DGfM
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Papageigrüner Saftling
Hygrocybe psittacina
((Schaeff.: Fr.) Kummer,)
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Der Papageigrüne Saftling Hygrocybe psittacina ((Schaeff.: Fr.) Kummer, ) ...
... ist Pilz des Jahres 2003
Man hat die bunten Saftlinge (Hygrocybe) schon mal die Orchideen unter den Pilzen genannt: knallrote, rosafarbene, gelbe, violette, braune, graue und weiße Arten gibt es – und eben ihn, den papageigrünen. Er ist ein exotisch anmutender Pilz mit feucht glänzendem grünem Hut, der im Alter oft ins Gelbliche ausblasst und selten breiter als 5 cm wird; mit gelben Lamellen und einem glatten, tiefgrünen bis ocker–orangefarbenen Stiel, der wie der Hut bei Feuchtigkeit schmierig–schleimig ist. Für den Kochtopf ist er nicht geeignet.
Wer dem Papageigrünen Saftling (Hygrocybe psittacina) begegnet, steht in einem ökologisch wertvollen Biotop: Sein Lebensraum sind ungedüngte oder allenfalls extensiv genutzte Wiesen wie Magerrasen, Dünenstandorte, alpine Matten oder auch ungedüngte Zierrasenflächen in Gärten und Parks. Die Pilzflora dieser Lebensgemeinschaften ist überaus reich – und wird empfindlich gestört, sobald die anfälligen Habitate landwirtschaftlicher Intensivnutzung mit Gülle– und Kunstdüngung, Pestizideinsatz und übermäßig häufiger Mahd anheimfallen.
Es ist noch heute unbekannt, warum die meisten Saftlinge bei uns auf Wiesen wachsen, während man sie in anderen Kontinenten oft in Wäldern findet. Auch ein anderes Rätsel bleibt bisher ungelöst: das intime Zusammenleben der Saftlinge mit den Gräsern und Kräutern auf unseren Wiesen. Wem wird es gelingen, die biologischen Zusammenhänge zu entschlüsseln? Es wäre ein großer Schritt auf dem Weg zu einem besseren Verständnis des Lebensraums Wiese, den jeder zu kennen glaubt, der aber in seiner Komplexität und Vielfalt noch längst nicht alle seine Geheimnisse preisgegeben hat.
Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie hat den Papageigrünen Saftling zum Pilz des Jahres 2003 gewählt, um auf die starke Bedrohung der Pilze auf Wiesen und Weiden hinzuweisen. Oft wachsen dort neben anderen Saftlingen auch Rötlinge, Erdzungen, Boviste und verschiedene Korallen– und Keulenpilze in erstaunlicher Mannigfaltigkeit. Je artenreicher eine Saftlingswiese ist, desto wertvoller ist sie als Überlebensraum für eine faszinierende Lebensgemeinschaft, zu der nicht nur Kräuter, Gräser und Pilze zählen, sondern auch Kriechtiere, Insekten und ungezählte Mikroorganismen im Boden.
Text und Bild: Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM)
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