Der Aurorafalter Anthocharis cardamines (Linnaeus, 1758) ...... ist Schmetterling des Jahres 2004Die
BUND NRW Naturschutzstiftung hat in Zusammenarbeit mit der
Arbeitsgemeinschaft Rheinisch–Westfälischer Lepidopterologen e. V. den
Aurorafalter (
Anthocharis cardamines) zum
Schmetterling des Jahres 2004 ausgewählt. Die Prämierung erfolgte im Rahmen einer Schmetterlingsexkursion in die feuchten Bachtäler Aachens, wo der
Aurorafalter sehr zahlreich vorkommt.
In vielen Gegenden in Nordrhein–Westfalen, häufig auf feuchten Wiesen, am Rand von Auenwäldern, aber auch in Hausgärten, kann man im April und Mai die männlichen
Aurorafalter bei ihrer Suche nach den unscheinbaren Weibchen beobachten. Mit ihren orangen Oberflügelspitzen sind sie leicht zu erkennen. Diesen Farbtupfern verdankt der Falter auch seinen Namen
AURORA (lat.: Göttin der Morgenröte).
Die
Aurorafalterweibchen legen ihre Eier stets an Kreuzblütler, meist an die Blüten des
Wiesen–Schaumkrauts (
Blume des Jahres 2006) oder der Knoblauchrauke, in Gärten häufig auch an Silberblatt und Nachtviole. Dabei bevorzugen die Schmetterlinge Pflanzen an feuchten und halbschattigen Standorten.
Normalerweise findet man am Wiesen–Schaumkraut jeweils nur ein Ei pro Pflanze. So hat die Raupe ausreichend Nahrung und kann ihre Entwicklung an der gewählten Pflanze vollenden. Bei der Knoblauchrauke und kräftigeren Gartenpflanzen können es auch zwei, manchmal auch mehr Eier sein. Die Raupen verpuppen sich im Spätsommer an der Futterpflanze unmittelbar unter den Fraßstellen. Das Mähen von Flächen mit Wiesen–Schaumkraut und Knoblauchrauke ist daher für Raupen und Puppen tödlich und sollte besonders an Waldwegen und Waldrändern vermieden werden.
Mit der Intensivierung der Landwirtschaft und der Umwandlung von Wiesen in Ackerland hat der
Aurorafalter viele Biotope verloren. Obwohl damit die Bestände mancherorts zurückgegangen sind, gilt der Schmetterling bislang noch nicht als gefährdet. Die Stiftung möchte mit der Wahl des
Aurorafalters zum
Schmetterling des Jahres mithelfen, den Fortbestand des schönen Falters zu sichern: Ein naturnah gestalteter Garten, Aussaat von Silberblatt und Nachtviole als Raupenfutter und Verzicht auf das Abmähen im Herbst tragen mit dazu bei, dass der
Aurorafalter auch in Zukunft ungefährdet bleibt.
Mit dem
Schmetterling des Jahres will die vom nordrhein–westfälischen Landesverband des
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegründete Stiftung auf den Rückgang der natürlichen Vielfalt von Lebensräumen aufmerksam machen und der Bevölkerung ökologische und naturschutzfachliche Zusammenhänge verdeutlichen.
Text: BUND NRW Naturschutzstiftung / Bilder: BUND NRW Naturschutzstiftung
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