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Große Schillerfalter
Foto: Rainer Roth
Große Schillerfalter
Apatura iris
  (Linnaeus, 1758)

Der Große Schillerfalter   Apatura iris (Linnaeus, 1758) ...
... ist Schmetterling des Jahres 2011

Die BUND NRW Naturschutzstiftung hat gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V. den Großen Schillerfalter (Apatura iris) zum Schmetterling des Jahres 2011 gekürt. Mit dieser Wahl macht die Jury auf einen besonders schönen, aber selten zu sehenden Falter aufmerksam. Der Große Schillerfalter verbringt sein Leben vor allem in den Baumkronen naturnaher Wälder, in denen auch die Sal-Weide wächst. Diese dient den Schmetterlingsraupen als Futterpflanze. Die Bestände des Großen Schillerfalters gehen in Deutschland zurück, weil junge Weidenbüsche häufig von Förstern entfernt werden, da ihr Holz nur wenig Geld einbringt. Weiden bieten aber auch Larven vieler anderer Insekten Lebensraum und sind für Bienen als erste Nahrung im Jahr von großer Bedeutung.

Der Große Schillerfalter gehört zu den wenigen Schmetterlingen, die sich nicht von Blütennektar ernähren, sondern hauptsächlich von tierischen Produkten wie Exkrementen und Aas. Am späten Vormittag fliegt er aus den Baumwipfeln hinab, um an feuchtkühlen Waldrändern, auf Lichtungen oder Waldwegen Wasser und Nahrung aufzunehmen. Der Große Schillerfalter hat einen ausgeprägten Geruchssinn und lässt sich zur Beobachtung mit stark riechendem Käse anlocken.

Mit über sieben Zentimetern Flügelspannweite bei den Weibchen gehört der Große Schillerfalter zu den größten Schmetterlingen Europas. Die blau schillernden Flügel der Männchen, nach denen der Schmetterling benannt ist, sind auf winzige Luftkammern in den Flügelschuppen zurückzuführen. Die weiblichen Schmetterlinge haben eine dunkelbraune Färbung. Charakteristisch sind bei Weibchen und Männchen weiße Flecken auf den vorderen Flügeln sowie eine weiße Binde und ein kleiner Augenfleck auf den hinteren Flügeln.

Im Sommer finden sich Männchen und Weibchen zur Paarung in den Wipfeln markanter Eichen oder Buchen, die den Wald überragen. Das Weibchen legt seine Eier einzeln an die Blätter von niedrigen Sal-Weiden ab. Sind die Raupen geschlüpft, klettern sie an die Spitze der Blattoberseite. Von dort fressen sie das Blatt beidseitig ab und lassen nur die mittlere Blattader unversehrt. Es entsteht so ein typisches Fraßbild. Die bräunlichen gut getarnten Raupen überwintern nahezu ungeschützt an den Spitzen der Weidenzweige. Im Mai verpuppen sich die Raupen, zwei bis drei Wochen später schlüpfen die Schmetterlinge. Der Falter fliegt bis Ende Juli, in kühleren Gebieten auch länger.

Der Große Schillerfalter kommt in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas sowie Asiens vor. In Deutschland steht der Schillerfalten auf der Vorwarnliste.

Seit 2003 wird der "Schmetterling des Jahres" von der Stiftung des nordrhein-westfälischen Landesverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gekürt, um auf die Artenvielfalt – und ihre Bedrohung – aufmerksam zu machen. Insgesamt gelten bis zu 80 Prozent der heimischen Tagfalter als bedroht.

Text: BUND NRW Naturschutzstiftung / Bilder Falter-Männchen und Puppe: Rainer Roth / Bilder Falter-Weibchen, Ei, Raupe: Walter Schön
 
 
 
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Seite aktualisiert  14.22.2010