Flussufer-Riesenwolfspinne Foto: Christian Komposch
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Flussufer-Riesenwolfspinne
Arctosa cinerea
(Fabricius, 1777)
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Die Flussufer-Riesenwolfspinne Arctosa cinerea (Fabricius 1753) ...
... ist Spinne des Jahres 2007
Mit einer Körperlänge bei den Männchen von 12-14 mm und bei den Weibchen von 14-17 mm gehört die Flussufer-Riesenwolfspinne (Arctosa cinerea), die auch Sand-Wolfspinne oder Graue Sandwühl-Wolfspinne genannt wird, zu den größten einheimischen Vertretern der Familie der Wolfspinnen (Lycosidae). Mit ihrer kontrastreichen Hell-Dunkelzeichnung (graubraun-gelblichgrau), wobei die Männchen kontrastreicher gezeichnet sind, sind die am Boden lebenden Tiere in Ruhestellung auf dem kiesig-sandigen Untergrund kaum zu erkennen (Bellmann 1997).
Die Art kommt ursprünglich an naturnahen, dynamischen Kies- und Sandufern von Flüssen und Seen, sekundär auch in Sand- und Kiesabbaugebieten vor. An unregulierten Gewässern besiedelt die Wolfspinne vor allem die durch regelmäßige Hochwässer freigeräumten (vegetationsfreien) ufernahen, Kies- und Schotterbänke. Durch nahezu flächendeckende Regulierungsmaßnahmen an den Fließgewässern in den vergangenen Jahrzehnten ist die Spinne in weiten Teilen Deutschlands ausgestorben.
Die Aktivitätsphase liegt zwischen März und November. In dieser Zeit halten sich die Tiere in Wohnröhren auf, die sie für ihre nächtlichen Beutezüge verlassen. Die Wohnröhren werden in den sandigen Untergrund hineingegraben und liegen meist unter größeren Steinen oder unter Treibgut, wie Holzbalken oder Holzbrettern. Die Anlage der Wohnröhren orientiert sich am Gewässerrand. Die Tiere sind dort in einem Streifen von 0,5 – 1,5 m entlang der Gewässerlinie zu finden. Als Beutetiere dienen am Land lebende Laufkäfer, Fliegenlarven, Heuschrecken und Spinnen.
Von Juni bis August kümmern sich die Weibchen um ihren Nachwuchs. Die Jungspinnen treten von August bis Oktober auf, überwintern und beenden ihre Reifungsphase im Spätsommer des Folgejahrs. Nach einer weiteren Überwinterung schreiten die Tiere der neuen Generation zur Fortpflanzung. Durch die überlappenden Generationen sind das ganze Jahr über ausgewachsene Spinnen zu finden. Zur Überwinterung verlassen die Tiere den gewässernahen Bereich und legen in ausreichender Entfernung vom Ufer (10-15 m) eine vor Überflutungen geschützte Überwinterungsröhre an.
Bei sommerlichen Hochwässern verschließen die Spinnen die Öffnung ihrer Röhre und können in der bestehenden Luftblase überleben.
Das Verbreitungsgebiet der Sand-Wolfspinne reicht vom Mittelmeerraum über Mitteleuropa im Norden bis nach Skandinavien und im Osten bis nach Sibirien, im Westen reicht ihr Verbreitungsgebiet bis nach Spanien und Portugal. Arctosa cinerea ist im Mittelmeerraum mit den ähnlich aussehenden Arten A. variana und A. similis zu verwechseln (Buchar et al. 2006).
Text und Bild von der Arachnologische Gesellschaft e. V.
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