Der Storchschnabel Geranium x (Linnaeus, 1753) ...... ist Staude des Jahres 2004Geranium – pflegeleichtes MultitalentAnspruchslose Blatt– und BlütenschönheitenVielfalt ist Trumpf bei dieser Staude: Etwa 300 Arten und Sorten umfasst die Gattung
Geranium, zu deutsch
Storchschnabel. Sie bietet eine Fülle an Verwendungsmöglichkeiten. Einige
Geranium eignen sich ausgezeichnet als Bodendecker, andere sind aparte Kübelpflanzen oder bringen natürlichen Charme in die Rabatte. Neben den Blüten sind es auch die Blätter, die den Reiz dieser Stauden ausmachen: Sie sind oft stark eingeschnitten oder handförmig geteilt und sehr dekorativ. Die Blätter einiger Arten haben zudem eine schöne, auffallende Herbstfärbung. Die außergewöhnliche Vielfalt dieser faszinierenden Pflanzengruppe hat dazu beigetragen, dass
Geranium vom
Bund deutscher Staudengärtner zur
Staude des Jahres 2004 gewählt wurde.
Rätselhafter NameDer deutsche Name
Storchschnabel erscheint beim Blick auf die blühenden Pflanzen rätselhaft, wird aber später im Jahr deutlich: Nach der Blüte bilden sich eigenwillig gestaltete, längliche Fruchtstände, die an den Schnabel eines Storches erinnern und zu dem ungewöhnlichen deutschen Namen geführt haben. Die botanische Bezeichnung
Geranium bezieht sich ebenfalls auf die Fruchtstände, denn sie geht auf das griechische Wort
géranos für Kranich zurück.
Nicht verwechseln: Geranium und GeranieDer
Storchschnabel mit dem botanischen Namen
Geranium sollte nicht mit der häufig in Balkonkästen gepflanzten
Geranie verwechselt werden, die botanisch als
Pelargonium bezeichnet wird. Die Balkongeranie ist zwar mit dem
Storchschnabel verwandt, sie verträgt jedoch keinen Frost, während der
Storchschnabel eine äußerst langlebige und winterharte Staude ist.
Vielseitigkeit ist TrumpfDie Blütezeit des
Storchschnabels reicht je nach Art oder Sorte von Mai bis September. Die Blüten bestehen immer aus fünf Blättern und sind schalen–, rad– oder tellerförmig. Das Farbenspektrum umfasst neben reinem Weiß die unterschiedlichsten Blau–, Rosa– und Rottöne. Häufig sind die Blütenblätter dunkel geadert und wirken dadurch sehr zart und zerbrechlich. Tatsächlich sind diese Stauden aber robust und wenig anspruchsvoll. Manche vertragen Trockenheit und gedeihen in der vollen Sonne, andere bevorzugen halbschattige Standorte und sind ideal, um lichtarme Gartenbereiche zu beleben. Einige
Storchschnabel–Arten wachsen sehr stark und bilden dichte Teppiche. Sie eignen sich deshalb gut als Bodendecker, die unerwünschten Wildkräutern Paroli bieten.
SammlerobjekteDiese schönen und vielseitigen Stauden gewinnen immer mehr Liebhaber und kommen mit ihrer Anspruchslosigkeit dem Trend zu pflegeleichten Gärten entgegen. Sie haben schon bei manchem Pflanzenfreund die Sammlerlust geweckt, denn das Sortiment ist außerordentlich groß und wird immer wieder um neue Arten oder Sorten bereichert. Der
Graue Storchschnabel (
Geranium cinereum Ballerina) und
Geranium Patricia z. B. sind zwei besonders empfehlenswerte Sorten.
Ballerina hat graugrüne Blätter und zarte, lilarosafarbene Blüten mit einer auffallenden purpurvioletten Zeichnung und einem dunklen Auge. Diese 15 cm hohe Staude blüht von Juni bis September und wächst gut an sonnigen Standorten, z. B. im Steingarten oder in Trögen.
Geranium Patricia hat in der letzten Zeit für viel Aufsehen gesorgt und wurde von der Internationalen Stauden–Union sogar zur Internationalen
Staude des Jahres gekürt. Die noch recht neue Sorte besticht von Juni bis September mit magentaroten Blüten, die ein dunkles, fast schwarzes Auge haben. Dieser kompaktwachsende
Storchschnabel wird 50 cm hoch und fühlt sich an sonnigen bis halbschattigen Standorten wohl, z. B. vor Gehölzen oder in Staudenrabatten.
Wildblumenhafte AnmutungWegen ihrer natürlichen Ausstrahlung passen
Geranium ausgezeichnet in Wildstaudenpflanzungen oder naturnahe Gärten. Im Steingarten lassen sie sich gut mit Strandnelken (
Armeria), Teppich–Schleierkraut (
Gypsophila repens) oder Fingerkraut (
Potentilla) zusammenpflanzen. Höher wachsende Arten können gut mit
Glockenblumen (
Staude des Jahres 2001) (
Campanula), Frauenmantel (
Alchemilla) oder Nelkenwurz (
Geum) kombiniert werden, am lichten Gehölzrand sind Funkien (
Hosta) oder Gräser wie Marbel (
Luzula) reizvolle Partner. Viele
Geranium wie z. B. der
Blutrote Storchschnabel (
Blume des Jahres 2001) sind auch gute Begleiter für Rosen.
PflegetippsRückschnitt fördert zweite Blüte.
Schneidet man die im späten Frühjahr blühenden
Storchschnabel–Arten wie den
Blutroten Storchschnabel (
Blume des Jahres 2001) (
Geranium sanguineum) und den
Pracht–Storchschnabel (
Geranium magnificum) zurück, blühen sie im Spätsommer ein zweites Mal.
In Gruppen am schönstenGeranium sind in Gruppen am wirkungsvollsten. Schöne Gartenbilder entstehen auch, wenn unterschiedliche Arten miteinander kombiniert werden, z. B. der zarte, lilarosa blühende
Graue Storchschnabel und der blauviolett blühende
Pracht–Storchschnabel.
Staunässe vermeidenViele
Geranium–Arten, die kompakt wachsen und an sonnigen Standorten gut gedeihen, eignen sich für Pflanzgefäße, weil sie auch gelegentliche Trockenphasen ohne Schaden überstehen. Wichtig ist, dass überflüssiges Gieß– oder Regenwasser gut abfließen kann, denn Staunässe schadet den Wurzeln.
Wuchskraft beachtenBei der Auswahl sollte die Wuchskraft der verschiedenen
Geranium–Arten berücksichtigt werden. Einige Ausläufer bildende Arten wie der
Balkan–Storchschnabel (
Geranium macrorrhizum Spessart) sind sehr konkurrenzstark, so dass schwächer wachsende Stauden unterdrückt werden. Andere wie der
Dalmatinische Storchschnabel und der
Cambridge–Storchschnabel bilden zwar dichte Teppiche, verdrängen andere Pflanzen aber nicht. Auch in Horsten wachsende Arten wie der
Pracht–Storchschnabel lassen sich problemlos mit anderen Stauden kombinieren.
Text und Bild: Bund Deutscher Staudengärtner
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