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Katzenminze
Foto: BdS
Katzenminze
Nepeta spec.
  (Linnaeus, 1753)

Die Katzenminze   Nepeta spec. (Linnaeus, 1753) ...
... ist Staude des Jahres 2010

Katzenminzen (Nepeta) sind Gartenschätze auf den zweiten Blick. In den Vordergrund drängen sie sich nie. Aber als blauviolette Wolke zu Füßen von Rosen oder als sanfter Gegenpol zu knallorangefarbenen Fackellilien zeigen sie Stärke. Schon vor der Blüte strahlen die silbergrauen oder frischgrünen Büsche Ruhe aus. Stecken sie ab Mai ihre zierlichen Rispen oder Ähren auf, entsteht bis in den Juli hinein duftige Leichtigkeit. Denn auf den Blütenständen reihen sich die Scheinquirle mit ihren vielen sanft violetten, blauen, seltener weißen oder rosa Lippenblütchen locker aneinander. Rechtzeitig zurück geschnitten dauert ihr Flor bis in den Herbst. So können sie perfekt mit üppigen Blüten, straffen, hohen Blütenständen, Blattschwertern und Großlaubigem kontrastieren. Ohne Katzenminzen wäre der Glanz der Prächtigen nur halb so schön. Und wer die immer von Bienen umsummten Nepeta erst einmal schätzen gelernt hat, der entdeckt, dass sie auch solo ihren Reiz besitzen. Denn neben dem Standard-Sortiment der bewährten Sorten gibt es noch etliche Raritäten. Einige von ihnen werden nachfolgend erwähnt. Aber manches harrt noch der Entdeckung. Die Beziehungen zwischen den Menschen und den Katzenminzen reichen weit zurück. Da die meisten Nepeta-Arten rund ums Mittelmeer, im Vorderen Orient und in Ostasien wachsen, haben vielleicht schon Griechen und Perser die Heilkräfte ihrer Aromen geschätzt. Von den alten Römern weiß man das sicher. Aber der Name Nepeta deutet auf noch frühere Zeiten hin. Er ist etruskischen Ursprungs und damit rund 3000 Jahre alt. Von der etruskischen Stadt Nepet leitet er sich ab, dem heutigen Nepi in der Toskana. Um sie herum gab es offenbar größere Vorkommen der geschätzten Pflanze.

Die Römer brachten die Kenntnis von ihrer Heilwirkung mit über die Alpen. Bald wuchs die auch bei uns heimische Echte Katzenminze (Nepeta cataria) in allen Klöstern und wenig später in den Bauerngärten. Mittelalterliche Pflanzen-Kenner wie Hildegard von Bingen, Leonhard Fuchs und Walafried Strabo setzten ihr in ihren Schriften ein Denkmal. Besonders geschätzt wurde Nepeta cataria bei Blähungen und Magenbeschwerden. Sie linderte Infekte, diente zur Wundreinigung sowie als Harn und Schweiß treibendes Mittel. Sogar gegen Schlangenbisse sollte sie helfen. Heute wird die Echte Katzenminze vor allem als beruhigende und Schlaf fördernde Droge eingesetzt.Wer Nepeta cataria in den Garten pflanzt, kann es selbst ausprobieren. So hübsch wie die Kultursorten ist sie allerdings nicht. Nepeta cataria gibt sich eher unscheinbar.

Text und Bild: Bund Deutscher Staudengärtner
 
 
 
2009     Staude     2011

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Seite aktualisiert  14.11.2010