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Jakob Fischer
Foto: LOGL
Jakob Fischer
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Der Apfel Jakob Fischer...
... ist Baden–Württembergische Streuobstsorte des Jahres 1998

Auf Initiative des LOGL gibt es 1998 erstmals eine Streuobstsorte des Jahres.
Die Wahl fiel auf den Apfel „Jakob Fischer
.

Die Arbeitsgruppe Streuobst des Landesverbandes für Obst, Garten und Landschaft (LOGL) initiierte die Wahl einer „Streuobstsorte des Jahres“, die dadurch besondere Aufmerksamkeit erfährt. Ziel ist es, alte Sorten, die sonst in Vergessenheit geraten, der Öffentlichkeit näher zu bringen.
Die Arbeitsgruppe Streuobst wählt nur anbauwürdige Sorten aus. Voraussetzungen sind geringe Anfälligkeit für Krankheiten, sofern bekannt auch gegen Feuerbrand, gute Verwertungseigenschaften und Eignung als landschaftsprägender Baum. Die Baumschulen werden rechtzeitig informiert, um Pflanzware bereitstellen zu können.
Der LOGL hat bis zum Jahr 2002 Apfel– und Birnensorten festgelegt. „Jakob Fischer“ ist Streuobstsorte des Jahres 1998.
Die Obst– und Gartenbauvereine und alle Freunde des Streuobstbaus sind dazu aufgerufen, 1998 vermehrt „Jakob Fischer“ zu pflanzen und die örtliche Presse über die Initiative des LOGL zu informieren. Rund um diese Sorte sind verschiedene Aktionen denkbar.:

– Baumpflanzaktionen
– Apfelkuchen backen mit dem Kindergarten oder mit Schulklassen
– Keltern von sortenreinem Most
– Beobachten der Sorte mit Kindern vom Frühjahr bis in den Winter
– Fotowettbewerb (Wer schießt das schönste Porträt der Streuobstsorte 1998?)

Rolf Heinzelmann, LOGL

Urbaum „Jakob Fischer
Er steht in Rottum, Kreis Biberach, und ist ein Apfelbaum. Vor 90 Jahren holte der Bauer Jakob Fischer aus der Rottumer Einöde im Wald einen Apfelwildling, pflanzte ihn bei seinem Haus ein und wollte ihn später veredeln. Zum Glück kam er nicht dazu. Das Bäumchen trug einige Früchte, groß und wunderbar gefärbt. Er zeigte sie dem Baumschulbesitzer Ellwanger in Schloß Horn bei Fischbach. Der erkannte sofort den Wert dieses Apfels, schnitt Reiser und veredelt damit Wildlinge in seiner Baumschule. Die Bäumchen entwickelten sich prächtig, waren starkwüchsig und bald den anderen Bäumen weit voraus und trugen die gleichen herrlichen Früchte wie der im Wald geholte Wildling. Die Natur hatte eine neue Apfelsorte hervorgebracht.
Sie wird bis heute wegen ihrer guten Eigenschaften überall angebaut. Hätte Jakob Fischer<&span> das kleine Bäumchen veredelt, wären wir nie in den Genuß dieses Apfels gekommen, der durch sein Aroma und die angenehme Säure besticht.
Der Baum in Rottum ist ein Riese geworden und heute noch kerngesund. Selbst einen Orkan nach dem 1. Weltkrieg überstand er. Heute steht der Baum in Rottum unter Naturschutz. Die Ausmaße des Baumes: Stammumfang 1,75 m, Höhe 13 m, Kronendurchmesser 10 bis 12 m.

Josef Natterer, Emishalden

Sortenbeschreibung nach Josef Seitzer, ehemaliger LOGL–Direktor:
Baumreife:
Anfang bis Mitte September
Genußreife:
September bis November
Fruchtform:
groß bis sehr groß, unregelmäßig, flachrund
Fruchtschale:
zur Genußreife hellgelb, auf der Sonnenseite leuchtend rot verwaschen
Fruchtfleisch:
lockerzellig, saftig, etwas weinsäuerlich
Eignung:
Wirtschafts– und Eßapfel
Baum:
starkwachsend, große, breitpyramidale Krone
Eigenschaften:
Stamm– und Gerüstbildner, hohe Holzfrosthärte, wenig schorfanfällig, große vitale Blätter, fruchtbar, schlechter Pollenspender, in schweren kalten Böden etwas krebsanfällig.

Text und Bild: Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden–Württemberg e.V. (LOGL)
 
 
 
1998    Streuobstsorte     Baden-Württemberg     1999

Bitte beachten Sie die Rechte der Fotografen. Setzen Sie sich bitte mit der obigen Institution in Verbindung. Danke!
 
 
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Seite aktualisiert  23.22.2007