Unterländer Kirsche Foto: LOGL
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Unterländer Kirsche
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Die Unterländer Kirsche ...
... ist Baden–Württembergische Streuobstsorte des Jahres 2007
Die „Unterländer Kirsche” ist eine Süßkirsche aus der Gruppe der Knorpelkirschen. Sie entstand ursprünglich als Sämling aus dem Raum Esslingen. Zunächst wurde die „Unterländer Kirsche” hauptsächlich im Schurwald angebaut, der sich nördlich von Esslingen und Göppingen in Ost-West-Richtung erstreckt. Sie breitete sich bis zum 20. Jahrhundert in ganz Württemberg aus. Seit den 1960er Jahren ist sie auch am Oberrhein verbreitet. Ihren Namen erhielt die „Unterländer Kirsche” vermutlich von ihrer Herkunftsregion, dem Württemberger Unterland.
Die „Unterländer” hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der bekannten Sorte „Große Schwarze Knorpel”, wird allerdings früher reif. Im Bereich Ende 4./Anfang 5. Kirschenwoche liegt die Reifezeit und dauert etwa 10 Tage. Nur als „Liebhaber- bzw. Lokalsorte” hat sie größere Bedeutung, obwohl sie etwas mehr Beachtung verdient hätte und hervorragend zum Frischverzehr oder zur Konservierung geeignet ist.
Die Sorte verlangt mittlere Lagen mit tiefgründigen, warmen Böden und ausreichender wasserhaltender Kraft, allerdings ohne Staunässe. Sie gedeiht aber auch noch auf weniger tiefgründigen Standorten und auf schweren Böden befriedigend. Die „Unterländer Kirsche” ist aufgrund ihrer frühen Blüte etwas anfällig für Blütenfrost. Für eine optimale Fruchtqualität sind gute Lagen mit Weinbauklima notwendig. In den ersten zwei bis drei Standjahren ist der Wuchs kräftig. Mit den früh einsetzenden Erträgen lässt dieser aber nach und ist in der Hauptertragszeit kaum mehr als mittelstarkwachsend zu bezeichnen.
Steil bis schräg aufwärts gerichtete Leitäste sind bei „Unterländer” mit wenig verzweigten Seitenästen besetzt. Diese gehen fast waagrecht ab und sind sortentypisch ausgesprochen dünn. Die Kronenform ist breitpyramidal. Das kräftige, breite und dunkelgrüne Blatt ist gleichmäßig weit gezähnt und leicht nach oben aufgefaltet. Der Hauptertrag wird am zwei- bis dreijährigen Fruchtholz gebildet. Ist das Fruchtholz älter als 3 Jahre, beginnt bereits die sortentypische Verkahlung.
Der Baum neigt gelegentlich zu Spitzendürre, Absterbeerscheinungen am älteren Holz und ist nur mäßig frostfest. Durch Strahlungsfröste treten immer wieder Frostrisse auf. Auch kommt es hin und wieder zu Gummifluss an den frostgeschädigten Astpartien.
Text und Bild: Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden–Württemberg e.V. (LOGL)
2006
Streuobstsorte Baden-Württemberg
2008
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