Die Wilde Eierbirne ...... ist Baden–Württembergische Streuobstsorte des Jahres 2008Die
Wilde Eierbirne wurde 1854 erstmals von Eduard Lucas beschrieben. Ihre genaue Herkunft ist unbekannt, jedoch ist sie in Süddeutschland stark verbreitet und dort vor allem im Stuttgarter Raum. Bekannt ist diese fruchtbare Birnensorte auch unter den Synonymen
Fischäckerin und
Hosenbirne und leicht mit der Grünen Winawitz
und der
Knollbirne zu verwechseln.
Die mittelgroßen, länglich eiförmigen Früchte reifen Ende September bis Anfang Oktober. Der Farbumschlag der glatten Schale erfolgt dann von lichtgrün auf gelb, sonnenseitig rötlich bis rötlichbraun. Um den Kelch ist meist eine ganzflächige Berostung zu erkennen. Die hornartigen Kelchblätter stehen ab und sind an der Basis nicht verwachsen. Der kurze Stiel ist leicht behaart. Ihr feinkörnig, süßherbes gelblichweißes Fruchtfleisch wird von innen heraus teigig. Diese Eigenschaft und ihr Zuckergehalt von 15% (= 60-70° Öchsle) machen aus ihr eine sehr gute Most- und Dörrbirne.

Der mittelgroße Baum mit sehr schöner, gleichmäßiger kugelförmiger Krone (vergleichbar mit beschnittenem Buchsbaum) hat einen mittelstarken Wuchs und zeichnet sich mit seinem besonderen Erscheinungsbild als wertvolles, landschaftsprägendes Obstgehölz aus. Markant sind seine steil hochstehenden Äste mit kurzem, dickem Fruchtholz und den wildlederartigen Blütenknospen. Die mittelgroß bis großen, länglich eiförmigen Blätter sind anfangs noch behaart, später dunkelgrün glänzend und ganzrandig.
Die Sorte blüht mittelfrüh. Der Baum beginnt relativ früh zu tragen, bringt regelmäßige Ernten und macht insgesamt einen sehr vitalen Eindruck. Dies ist sicher auch auf die Anpassungsfähigkeit an Boden und Klima sowie die geringe Krankheitsanfälligkeit zurückzuführen.
Text und Bild: Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden–Württemberg e.V. (LOGL)
Bitte beachten Sie die Rechte der Fotografen. Setzen Sie sich bitte mit der obigen Institution in Verbindung. Danke!