Heuchelheimer Schneeapfel Foto: Pomologen–Verein e.V. / Landesgruppe Hessen
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Heuchelheimer Schneeapfel
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Der Heuchelheimer Schneeapfel ...
... ist Hessische Streuobstsorte des Jahres 2003
Herkunft und Verbreitung
Als Zufallssämling des 19. Jahrhunderts ist in Heuchelheim bei Gießen der Heuchelheimer Schneeapfel entstanden. Der Mutterbaum soll bereits zur Jahrhundertwende auf dem Gelände des Kindergartens in der Wilhelmstraße gestanden haben. Eng verbunden mit der Geschichte und Verbreitung des Schneeapfels ist die Baumschule Rinn. Baumschulbesitzer Philipp Rinn zog bis Mitte der 50er Jahre ausschließlich Obstbäume an und verbreitete unter anderem den Heuchelheimer Schneeapfel.
Nach einem Bildbericht über die Baumschule Rinn in der Zeitschrift Deutsche Baumschule von 1979 verschickt der heutige Seniorinhaber Horst Römer Edelreiser und Bäume dieser schönen Sorte weit über die Grenzen Hessens hinaus. Aufgrund der großen Nachfrage werden inzwischen neben dem Hochstamm auch kleinere Baumformen auf schwachen Unterlagen angeboten. Auch im ökologischen Obstbau wird der Heuchelheimer Schneeapfel wegen seiner guten Verwertungseigenschaften angebaut.
Fruchtbeschreibung
Form und Größe
variabel, kugelig bis leicht hochgebaut, unten abgeplattet, mittelbauchig, im Querschnitt unregelmäßig, schwach gerippt, mittelgroß bis groß.
Schale
glatt und glänzend, im Lager fettig bis klebrig werdend, unauffällige Schalenpunkte, angenehm duftend, bei Vollreife hellgelb bis weißgelb, stiel– und sonnenseits stark rot gestreift und gesprenkelt, bis ¾ der Oberfläche.
Kelchseite
Kelchgrube tief, mittelweit, typ. kraterförmig, Rand schwach wulstig, Kelch mittelgroß, geschlossen bis halboffen, Kelchblätter breit und kurz, am Grunde getrennt, Kelchhöhle breit trichterförmig bis dreieckig.
Stielseite
Stielgrube eng, tief, feinstrahlig berostet, zimtfarben, Stiel kurz bis mittellang, holzig, braun, am Ende verdickt.
Kernhaus
Gefäßbündel schwach ausgeprägt, flachzwiebelförmig, Kernhauswände bohnenförmig, breit, glänzend, Kerne zahlreich, gut ausgebildet, rundlich–breit, hell kastanienbraun.
Fruchtfleisch
weiß, locker, relativ weich, saftig, leicht säuerlich, ausgewogenes Zucker–Säure Verhältnis, aromatisch, schwacher Duft.
Baumbeschreibung
Standort und Anfälligkeit
anspruchslos an Boden und Klima, auch in höheren Lagen bis 500 m, frosthart, schwach schorfanfällig, kommt ohne Pflanzenschutz und Düngung aus.
Wuchs und Pflege
mittelstark, breitkugelig, wenig verzweigt, einjähriges Holz rötlich, gesundes, hellgrünes Laub, konsequenter Erziehungsschnitt, später regelmäßig Auslichten.
Blüte und Befruchtung
mittelfrüh bis mittelspät, witterungsunempfindlich, Befruchtungsverhältnisse sind nicht untersucht.
Ertrag und Verwendung
Ertrag setzt mittelfrüh ein, Früchte hängen einzeln oder paarweise, Wechsel zwischen sehr hohen und geringen Erträgen, Früchte werden als Tafelobst geschätzt, auch als Wirtschaftsapfel hervorragend geeignet, Fruchtfleisch bleibt auch beim Kochen weiß, besonders für Obstsalat und für sortenreine Säfte und Weine.
Reife
Ende September, in höheren Lagen bis Mitte Oktober, vom Baum essbar, Haltbarkeit bis April, ab Februar Neigung zu Welke und Aromaverlust.
Text und Bild: Pomologen–Verein e.V. / Landesgruppe Hessen
2003 Streuobstsorte Hessen
2004
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