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Körler Edelapfel
Foto: Pomologen–Verein e.V. / Landesgruppe Hessen
Körler Edelapfel
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Der Körler Edelapfel ...
... ist Hessische Streuobstsorte des Jahres 2004

Herkunft und Verbreitung

Wahrscheinlich stammt die Sorte aus Norditalien und wurde beim Bau der Eisenbahnstrecke Kassel–Leipzig (1845 – 1848) von italienischen Gastarbeitern mitgebracht, oder sie ist als Zufallssämling am heutigen Güterbahnhof entstanden. Dort stand der Mutterbaum bis ca. 1950. Nachdem damalige Pomologen den wohlschmeckenden Apfel keiner bekannten Sorte zuordnen konnten, hat ihr Hauptlehrer Stöber nach dem zweiten Weltkrieg seinen Namen gegeben. Mitte der 50er Jahre wurde der Körler Edelapfel verstärkt durch Garteninspektor Plass aus Melsungen empfohlen und hat sich somit in Nordhessen verbreitet.
Vertretern der AG Natur– und Umweltschutz Körle e.V. und Rolf Angersbach aus Melsungen ist es zu verdanken, dass etwa 50 Altbäume dokumentiert und inzwischen etwa 40 Jungbäume (1995/96) nachgepflanzt wurden. Verbreitung findet der Körler Edelapfel aufgrund der damaligen Empfehlung von Herrn Plassauer in Körle, auch in Fulda, Kassel und Wiesbaden.

Fruchtbeschreibung

Form und Größe:
typisch glockenförmig, hoch gebaut, leicht gerippt, stielbauchig, mittelgroß bis groß.

Schale
glatt und glänzend, fettig, Schalenpunkte dunkel, Grundfarbe gelbgrün bis gelb, Deckfarbe leuchtend rot, gestreift bis marmoriert, leicht violett bereift.

Kelchseite
Kelchgrube eng, mitteltief, von Falten und Rippen umgeben, Kelch sehr groß, weit geöffnet, Kelchblätter lang, mittelbreit, am Grunde getrennt, Kelchhöhle trichterförmig.

Stielseite
Stielgrube eng, mitteltief bis tief, schwach berostet, Stiel lang, am Ende verdickt.

Kernhaus
Gefäßbündel zwiebelförmig, Kernhauswände rucksackförmig, wattig gerissen, wenig geöffnet, Kerne gut ausgebildet, breitrund, dunkel, rötlich–braun.

Fruchtfleisch
weißgelb, sehr wohlschmeckend, harmonisch, süßaromatisch (Vanillearoma), ausreichend saftig.

Baumbeschreibung

Standort und Anfälligkeit
nur gute, ausreichend feuchte Standorte und warme Lagen, auf schlechten Böden leidet die Qualität und die Früchte bleiben zu klein, mäßig anfällig gegenüber Schorf.

Wuchs und Pflege
mittelstark bis stark, breitkugelig, nur wenig in die Höhe gehend, dichte Krone, regelmäßiges Auslichten.

Blüte und Befruchtung
früh bis mittelfrüh, Befruchtungsverhältnisse sind nicht untersucht.

Ertrag und Verwendung
Ertrag ist regelmäßig, hoch bis mittelhoch, wenig Alternanz, beliebter Tafelapfel, auch zur Saft– und Weinherstellung geeignet.

Reife
Ende September, Haltbarkeit bis Ende Dezember, in guten Kellern auch bis Ende Januar.

Text und Bild: Pomologen–Verein e.V. / Landesgruppe Hessen
 
 
 
2003     Streuobstsorte     Hessen     2005

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Seite aktualisiert  23.22.2007