Der Wisent Bison bonasus (Linnaeus, 1758) ...... ist Tier des Jahres 2008Die
Schutzgemeinschaft Deutsches Wild, Organisation zur Erhaltung der freilebenden Tierwelt, hat den
Wisent, das größte Wildrind Europas, zum
Tier des Jahres 2008 gewählt. Anlass ist, dass der
Wisent stark existenzgefährdet ist, aber doch in absehbarer Zeit wieder frei in Deutschland leben wird - ebenso wie die übrigen Rückkehrer
Wolf (Tier des Jahres 2003), Luchs,
Bär (Tier des Jahres 2005) und
Elch (Tier des Jahres 2007).
Das Schicksal des
Wisents verlief ähnlich dem mit ihm verwandten
Bison in den USA. 1921 waren die freilebenden Populationen des europäischen
Wisents erloschen. Es lebten nur noch 54 Tiere in Gefangenschaft. Ursprünglich war diese Tierart überall verbreitet: von Spanien bis Sibirien und Skandinavien. 1923 wurde die
Gesellschaft zur Erhaltung des Wisents gegründet mit dem Ziel, durch Nachzucht in Zoos, Tierparks und Wildgehegen das Aussterben des
Wisents zu verhindern. Was Erfolg hatte, denn derzeit gibt es wieder weltweit 3500 Exemplare, teils in Freiheit, teils in Großgattern. Seit 1923 wird ein Zuchtbuch geführt, in dem alle Wisent-Geburten erfasst und kontrolliert werden.
Das größte und schwerste Landsäugetier Europas ist in Zoos und Gehegen zu sehen, wie etwa in den Wildgehegen von Springt und Hellenthal sowie Eleonorenwald, im Tierpark Berlin, der Uckermark und Döbritzer Heide. 2008 sollen in den Wäldern des Prinzen zu Sayn-Wittgenstein im Rothaargebirge 25 mit Halsbandsendern versehene
Wisente freigelassen werden. Das Projekt wird vom Bundesamt für Naturschutz gefördert. Auswilderungen gab es schon in Litauen und im Kaukasus.
Wisente leben in lockeren Familienverbänden bis zu 20 Tieren. Ein Bulle kann bis zu 3,30 m lang, 2 m hoch und an die 20 Zentner schwer werden. Natürlicher Feind ist nur der
Wolf (Tier des Jahres 2003), der aber nur im Rudel einem
Wisent gefährlich werden kann. Gefahr droht dem
Wisent aber durch die engen Verwandschaftsgrade. Wie Dr. Menzel vom Wisentgehege das Sauparks Springe mitteilte, wurde dies durch Untersuchungen an der Tierärtzlichen Hochschule Hannover bestätigt. Diese Forschungsarbeit wurde vom Internationalen Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd gefördert, der damit ebenfalls verhindern möchte, dass durch Inzucht eine ernste Bestandsgefährdung des
Wisents die Folge sein könnte. Der wissenschaftliche Name des europäischen
Wisents ist
Bison bonasus.
Einen stabilen Bestand von 450
Wisenten gibt es noch in den Wäldern des polnischen Bialowieze.
Text und Bild: Schutzgemeinschaft Deutsches Wild / Werner Koep
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