Der Steinkauz Athene noctua (Scopoli, 1769) ...... ist Vogel des Jahres 1972Der
Steinkauz besiedelt ein Landschaftsmosaik, das in Mitteleuropa immer seltener geworden ist. Gezielte Schutzmaßnahmen konnten gebietsweise den Rückgang stoppen, dennoch hat der
Steinkauz viele seiner ursprünglichen Brutgebiete aufgegeben.
NameDer
Steinkauz (
Athene noctua) ist ein
Eulenvogel (Familie Strigidae, Ordnung Strigiformes).
KennzeichenDas Gefieder der kurzschwänzigen, kleinen Eule ist auf der Oberseite dunkelbraun und dicht weißlich gefleckt bzw. gebändert. Die Unterseite ist weißlich und breit dunkelbraun gestreift. Über den großen gelben Augen befinden sich schmale weiße Überaugenstreifen. Federohren fehlen ihm. Seine Stirn ist niedrig und flach.
LautäußerungenDer
Steinkauz ist lebhaft und verfügt über ein relativ breites Rufrepertoire. Erregungs– und Warnruf ist ein guhat, kwiau, oder kurze kja, kju oder keck Laute. Das Männchen lockt mittels monoton gereihter huui oder ghu(k) Laute.
NahrungIn Europa gehören mindestens 25 Kleinsäuger und 60 Vogelarten zu seinem vielseitigen Nahrungsspektrum, wobei die Feldmaus den größten Anteil hat. Ferner erbeutet der
Steinkauz kleine Reptilien, Amphibien, ausnahmsweise auch Fische sowie Insekten und Regenwürmer.
LebensraumDer
Steinkauz bevorzugt offene, grünlandreiche Landschaften mit ganzjährig kurzer Vegetation. Baumreihen oder Baumgruppen müssen als Höhlen und Rufwarten ebenfalls vorhanden sein. Besonders kopfbaumreiche Wiesen und Weiden sowie
Streuobstwiesen (
Biotop des Jahres 1998/1999) bieten dem
Steinkauz gute Lebensbedingungen. Auch in lichten Parks, Dörfern und Steinbrüchen kann er vorkommen. Waldgebiete hingegen meidet er völlig.
FortpflanzungDer
Steinkauz brütet in Mitteleuropa überwiegend in Baumhöhlen bzw. alten Kopfbäumen. Sein Neststand ist jedoch variabel und kann sich auch an Gebäuden, Bodenhöhlen, Steinmauern oder Felshöhlungen befinden. In Abhängigkeit von der Feldmausdichte legt der
Steinkauz Mitte April bis Mitte Mai 6 bis 7 weiße, nahezu kugelige Eier. Nach 22 bis 30 Tagen schlüpfen die Jungen, die anschließend eine Woche lang intensiv gehudert werden. Mit etwa 35 Tagen verlassen die Jungen die Höhle, mit 38 bis 46 Tagen fliegen sie und mit 2 bis 3 Monaten wandern sie aus dem Revier ab. Zweitbruten sind selten.
VerbreitungDer
Steinkauz ist von Westeuropa und den Ländern um das Mittelmeer – einschließlich Nordafrika – quer durch Eurasien bis nach China verbreitet. In Neuseeland und Großbritannien wurde die Art erfolgreich eingebürgert.
BestandIn Mitteleuropa ist der
Steinkauz auf weitgehend waldfreie Tieflagen unterhalb 500 m NN beschränkt. Sein Brutvorkommen ist lückenhaft. In Mitteleuropa brüten noch mindestens 560.000 Paare, jedoch mit abnehmender Tendenz unter anderem in Spanien, Frankreich, Holland und den meisten osteuropäischen Ländern. In Deutschland steht er mit einem Bestand von etwa 6.000 Paaren auf der Roten Liste und gilt als stark gefährdet.
GefährdungHauptursache für den fortschreitenden Bestandsrückgang des
Steinkauzes ist der Verlust an geeignetem Lebensraum – ausgelöst vor allem durch folgende Faktoren:
- Rodung von Streuobstwiesen (Biotop des Jahres 1998/1999) und alten (Kopf–) Bäumen durch Intensivierung der Landbewirtschaftung sowie durch Bauvorhaben in ortsnahen Obstbaumgürteln
- Verlust oder Rückgang extensiv genutzter Mähwiesen und Weiden
- Sanierung und Modernisierung alter Gemäuer
Forderungen zum SchutzSystematische Biotopverbesserungen und Nutzungsänderungen könnten eine langsame Wiederausbreitung der Art bewirken. Doch scheint dies in Anbetracht der teilweise sehr kleinen, isolierten Restpopulationen recht schwierig. In Deutschland ist vor allem das Kerngebiet des
Steinkauzes am Niederrhein konsequent zu erhalten und in seiner Qualität für den
Steinkauz weiter zu verbessern. Extensiv genutztes Grünland wie Mähwiesen,
Streuobstwiesen (
Biotop des Jahres 1998/1999) und Weiden muss dabei langfristig gesichert werden. Agrarförderprogramme, die entsprechende Anreize bieten, sind zu fordern und umzusetzen.
Text und Bild vom
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