Der Goldregenpfeifer Pluvialis apricaria (Linnaeus, 1758) ...... ist Vogel des Jahres 1975Weiterhin intensive Schutzmaßnahmen an den verbliebenen Brutplätzen sind nötig, um den extrem seltenen
Goldregenpfeifer als Brutvogel in Deutschland langfristig erhalten zu können. Das Vorkommen dieses im nördlichen Europa beheimateten Vogels ist bei uns auf einen winzigen Rest in einem niedersächsischen Moorgebiet geschrumpft.
NameDer
Goldregenpfeifer (
Pluvialis apricaria) gehört – wie die
Kiebitze (
Vogel des Jahres 1996) – zur Familie der
Regenpfeifer (Charadriidae) und zur Ordnung der
Schnepfen–, Möwen– und
Alkenvögel (Charadriiformes).
KennzeichenDer etwa taubengroße Vogel mit seinem gelbbraunen bis graubraun gesprenkelten Gefieder ist gut getarnt. Nur im Frühjahr und während der Brutzeit trägt der
Goldregenpfeifer sein kontrastreiches, unverwechselbares Prachtkleid: Stirn, Überaugenstreif und Kinn sind weißlich, Kehle, Unterhals, Brust– und Bauchmitte schwarz.
LautäußerungenDer Ruf des
Goldregenpfeifers ist ein weiches, bisweilen ansteigendes tlüh. Bei Gefahr liegt die Betonung häufig auf der Endsilbe (plüüé). Im Reviermarkierungsflug ertönen gereihte fla–hüüi–Laute oder schnellere Roller, bei der Landung erfolgt ein Übergang in eine Reihe von langsamen Trillern.
NahrungDer Goldregepfeifer ernährt sich überwiegend von Insekten und deren Larven, Würmern, kleinen Schnecken und Spinnen. Auch Pflanzen, besonders Beeren, sind Nahrungsbestandteil.
LebensraumBeliebte Brutgebiete sind nasse Heiden, moorige Grasflächen und Hochmoore. Wichtiger Strukturfaktor ist eine geringe Vegetationshöhe. Zur Nahrungssuche begibt er sich auch auf angrenzende Weiden, Wiesen und Äcker.
FortpflanzungNach Ankunft aus ihren Winterquartieren (Nordwest– und Mitteleuropa, Mittelmeerraum sowie Atlantikküste) gründen die Teil– bzw. Kurzstreckenzieher ihr Brutrevier. Sie bauen ihr Nest in einer Mulde auf offenem und trockenem Untergrund. Abhängig von der Zahl der Schneetage legt das Weibchen zwischen April und Juli meist 4 länglich kreiselförmige, hellbraune und dunkelbraun bis schwärzlich gefleckte Eier. Nach einer Brutdauer von 27 bis 30 Tagen sowie einer etwa zweiwöchigen Phase des Huderns, werden die Jungen mit 30 bis 33 Tagen endgültig flügge. Eine Jahresbrut ist die Regel, Ersatzgelege kommen vor.
VerbreitungDer Goldregepfeifer ist in ganz Nord–Eurasien verbreitet: von Island und Großbritannien/ Irland bis Zentralsibirien. Die südliche Grenze liegt bei etwa 60° N.
BestandDer Brutbestand in Europa wird auf etwa 460.000 bis 740.000 Paare geschätzt. Davon brütet etwa die Hälfte auf Island und ein weiteres Viertel in Norwegen. Der mitteleuropäische Bestand ist in England, Irland und Schweden rückläufig, in Norwegen stabil und in Finnland zunehmend. In Deutschland steht der
Goldregenpfeifer in der höchsten Kategorie der Roten Liste. Die heute etwa 20 Brutpaare in einem niedersächsischen Moorgebiet werden durch ein gezieltes Schutzmanagement vor der Aussterben bewahrt.
GefährdungDer
Goldregenpfeifer hat bis heute hauptsächlich unter der großflächigen Zerstörung seines Lebensraumes – den Mooren – gelitten. Entwässerung und industrieller Torfabbau, sowie Aufforstung und Nutzungs–Intensivierung haben seine Brutmöglichkeiten in weiten Teilen Nord– und Mitteleuropas stark eingeschränkt. Negative Einflüsse treten gebietsweise auch durch direkte Verfolgung und durch Störungen in Brutgebieten auf, wie im Zuge intensiver Freizeitnutzung.
Forderungen zum SchutzZu den erforderlichen Schutzmaßnahmen zählen der Schutz und die Erhaltung der verbliebenen Moorgebiete, sowie die Renaturierung potentiell besiedelbarer Bereiche. Zusätzlich sollte extensiv genutztes Feuchtgrünland in der Umgebung als Ausweich– und Nahrungsgebiet erhalten und gepflegt werden. Bekannte Brutplätze sollten intensiv überwacht und vor Beeinträchtigungen geschützt werden.
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