Der Wiedehopf Upupa epops (Linnaeus, 1758) ...... ist Vogel des Jahres 1976Der wärmeliebende
Wiedehopf ist deutlich von Klimaschwankungen betroffen. Doch wird der für diesen Vogel sicherlich zunächst positive Klimawandel der letzten Jahre von anhaltenden Gefährdungsfaktoren überlagert. So wird der markante
Wiedehopf sicher auch in Zukunft zu den eher seltenen Erscheinungen in unserer heimischen Vogelwelt zählen.
NameDer
Wiedehopf (
Upupa epops) ist die einzige Art der Familie der
Wiedehopfe (Upupidae) und zählt zur Ordnung der
Rackenvögel (Coraciiformes).
KennzeichenBesondere Kennzeichen des
Wiedehopfes sind sein langer, dünner, gebogener Schnabel sowie die aufrichtbare Federhaube. Das Körpergefieder des kurzbeinigen Vogels ist hell orange–bräunlich, Schwingen und Schwanz sind kontrastreich schwarz–weiß gebändert.
LautäußerungenDer Balzruf besteht aus meist dreisilbigen upu–pup Lauten. Bei Erregung krächzt der
Wiedehopf gedehnt und rau.
NahrungDas Beutespektrum des
Wiedehopfes umfasst vor allem (Maulwurfs–)Grillen, Käfer und Engerlinge sowie größere Schmetterlingsraupen. Er erbeutet aber auch Spinnen, Asseln, Hundert– und Tausendfüßler, Regenwürmer und Schnecken. Gelegentlich zählen kleine Wirbeltiere wie Eidechsen zu seiner Nahrung.
LebensraumDer
Wiedehopf bevorzugt als Bruthabitat offene Landschaften warmtrockener Klimate mit kurzer, schütterer Pflanzendecke zur Bodenjagd. Geeignete Bruthöhlen wie in älteren, ausgefaulten Bäumen dürfen ebenfalls nicht fehlen.
FortpflanzungDer
Wiedehopf sucht sich als Neststand Ganz– oder Halbhöhlen aller Art, z. B. in Astlöchern, Felshöhlen, unter Dächern oder in Erdlöchern. Meist Anfang Mai legt er dort in der Regel 5 bis 8 (lang–) ovale hell blaugraue bis grünlich graue Eier. Nach etwa 16–tägiger Bebrütung durch das Weibchen schlüpfen die Jungen, die anschließend noch 13 bis 14 Tage lang gehudert werden und nach 23 bis 25 Tagen das Nest verlassen. Anschließend werden die Jungvögel noch einige Tage mit Futter versorgt. Zweitbruten können bis Anfang Juli erfolgen.
VerbreitungDas Areal des
Wiedehopfes reicht von Südwest–Europa und Nordwest–Afrika nach Osten über Vorderasien, Arabien, Sri Lanka bis Sumatra, im Norden bis in das Baltikum und ostwärts bis zum Baikalsee. Abgesehen von vereinzelten Überwinterern beziehen die Zugvögel südlich der Sahara bzw. Indiens ihre Winterquartiere.
BestandDie nur im Nordwesten und Norden fehlende Nominatform weist in Europa einen Gesamtbestand von mindestens 890.000 Brutpaaren auf, mit deutlichem Schwerpunkt in den mediterranen Ländern (v.a. Spanien, Türkei) und in Russland. Der
Wiedehopf kommt in fast allen Ländern Mitteleuropas vor, der Bestand ist hier jedoch auf wenige Tausend Vögel zurückgegangen. In Deutschland brüten 310 bis 460 Paare. Gezielte Schutzmaßnahmen haben regional (z. B. am Südlichen Oberrhein) zu einer erfreulich positiven Entwicklung geführt.
GefährdungNeben klimatischen Faktoren wie feuchtkühler Witterung macht dem
Wiedehopf vor allem die Intensivierung der Landwirtschaft mit ihren unterschiedlichen Folgen zu schaffen. Hoher Pestizideinsatz und der Verlust von extensiv genutzten Wiesen und Weiden, die in Ackerland umgewandelt werden, zählen zu den wesentlichen Gefährdungsfaktoren. Geeignete Bruthöhlen gehen durch das Entfernen von nicht mehr ertragsreichen Obstbäumen oder von Feldgehölzen regelmäßig verloren, außerdem durch Sanierungsmaßnahmen älterer Gebäude (Scheunen, Ställe) und Gemäuer.
Forderungen zum SchutzZum Schutz des
Wiedehopfes sind verbliebene
Streuobstbestände (
Biotop des Jahres 1998/1999) sowie Feldgehölze mit Bruthöhlen langfristig zu erhalten. Nisthilfen werden an geeigneten Orten gerne angenommen und haben lokale Vorkommen bereits sehr positiv beeinflussen können.
Im Zuge einer Extensivierung der Landwirtschaft sind reich strukturierte Wiesengebiete und Brachflächen zu fördern und zu erhalten. Der Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden sollte in Brutgebieten des
Wiedehopfes deutlich eingeschränkt werden, um ein ausreichendes Nahrungsangebot sicherzustellen.
Text und Bild vom
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