Der Schwarzspecht Dryocopus martius (Linnaeus, 1758) ...... ist Vogel des Jahres 1981Als ein Pionier des Waldes erschließt der
Schwarzspecht vielen anderen Höhlenbrütern den Wald und insbesondere das Altholz. Wirtschaftsdenken und Ordnungsliebe gefährden diesen Lebensraum, so dass der
Schwarzspecht stellvertretend für seltene Höhlenbrüter wie Rauhfußkauz und Hohltaube steht, ebenso wie für Spechte der Roten Liste wie Mittelspecht, Grünspecht und Weißrückenspecht.
NameDer
Schwarzspecht (
Dryocopus martius) zählt zur Familie der
Spechte (Picidae), allesamt Höhlenbrüter, die sich – von wenigen Ausnahmen abgesehen – ihre Nisthöhlen selbst zimmern.
KennzeichenDer hoch entwickelte
Schwarzspecht ist der größte Specht in unseren Breiten (bis zu 50 cm lang inklusive Schwanz). Sein Gefieder schimmert matt schwarz. Am Kopf trägt das Männchen einen komplett roten Scheitel, der sich beim Weibchen auf einen roten Nackenfleck beschränkt. Der Schnabel, besonders ausgeprägt und kräftig, ist gelblich bis elfenbeinfarben, die Iris blassgelb.
LautäußerungenBesonders intensiv ist sein 10 bis 20–silbiger Ruf zur Fortpflanzungszeit, z. B. kwoih–kwihkwihkwihk–wikwikwik… Warnruf ist ein der
Dohle (
Vogel des Jahres 2012) ähnliches kijak, Flugruf kürr–kürr–kürr und Standortruf kliööh. Der Trommelwirbel des Männchens besteht aus etwa 17 Schlägen pro Sekunde. Daneben ist auch demonstratives Klopfen und langsameres Trommeln zu hören.
NahrungDer
Schwarzspecht ernährt sich vorwiegend von Larven und Puppen, adulten Ameisen und Holz bewohnenden Käfern (Borken– und Bockkäfer). Daneben frisst er Hymenopteren, Käfer, Dipteren, Schmetterlings–Raupen, Spinnen und kleine Schnecken. Nur äußerst selten versorgt er sich zusätzlich mit Beeren und Früchten.
LebensraumDer
Schwarzspecht ist eng an alte Baumbestände gebunden, wobei die Holzart eine untergeordnete Rolle spielt. In Altholzbestände wie 80 bis 100–jährige Buchen mit mindestens 4 bis 10 Meter astfreien und über 35 cm starken Stämmen, baut er seine Brut– und Schlafhöhlen.
FortpflanzungDie Nesthöhle wird 30 bis 55 cm tief in die Stämme gebaut. Ende März oder Anfang April legt das Weibchen 2 bis 6 spitzovale, weiß glänzende Eier. Schon nach 12 bis 14 Tagen schlüpfen die Jungen, die entsprechend der kurzen Brutdauer noch nicht weit entwickelt sind. Ihre Nestlingsdauer beträgt in der Regel 27 bis 28 Tage.
Schwarzspechte brüten einmal pro Jahr, bei Gelegeverlust kommt es jedoch zu einer Ersatzbrut.
VerbreitungDas Areal des
Schwarzspechts reicht in der gemäßigten Zone von Südwest–Europa, Frankreich und Norwegen nach Osten bis Sachalin und Nord–Japan. In Europa ist er von Tieflagen bis in die montane und – in geringerer Dichte – auch bis in die subalpine Stufe anzutreffen.
BestandDie Schwerpunkte der Verbreitung liegen in Osteuropa, Deutschland und Polen. In Deutschland wird der Bestand auf 28.000 bis 44.000 Brutpaare geschätzt.
GefährdungDer Bestand des
Schwarzspechts wird derzeit zwar nicht als bedroht angesehen, doch er ist unmittelbar von der forstwirtschaftlichen Nutzung abhängig. Ein früher Umtrieb von (Buchen–) Althölzern und selektives Entfernen von Höhlenbäumen engen seine Brutmöglichkeiten ein.
Vorschläge zum SchutzDa viele gefährdete Höhlenbrüter wie Hohltaube,
Dohle (
Vogel des Jahres 2012) und Rauhfußkauz, aber auch Wildbienen,
Fledermäuse (
Tier des Jahres 1992) und Bilche von der Bautätigkeit des
Schwarzspechts profitieren, ist der Schutz und die dauerhafte Erhaltung einer ausreichenden Zahl von Höhlenbäumen ökologisch bedeutsam und erforderlich. Die Umtriebszeiten im Wirtschaftswald sollten verlängert werden. Altholzinseln können mit dem Ziel ausgewiesen werden, sie der natürlichen Sukzession zu überlassen. Alt– und Totholz sollte auch im Wirtschaftswald in einem ausreichenden Anteil geduldet werden.
Text und Bild vom
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