Die Saatkrähe Corvus frugilegus (Linnaeus, 1758) ...... ist Vogel des Jahres 1986Wer im Winter Schwärme von
Saatkrähen auf Deutschlands Äckern sieht, wird nicht vermuten, dass diese Vögel als gefährdet eingestuft werden. Es handelt sich bei diesen Vögeln nur um Wintergäste aus Osteuropa. Hauptursache für die Gefährdung von
Saatkrähen ist noch immer die gezielte Verfolgung durch den Menschen.
Name und VerwandtschaftDie
Saatkrähe (
Corvus frugilegus) mit ihren 2 Unterarten zählt zur Familie der
Krähen (Corvidae) und ist mit anderen Rabenvögeln wie Rabenkrähe, Kolkrabe und
Dohle (
Vogel des Jahres 2012) verwandt.
KennzeichenIm Volksglauben werden Rabenvögeln aufgrund ihres schwarzen Gefieders als Unglücksboten gefürchtet. Die relativ große
Saatkrähe unterscheidet sich von ihren Verwandten speziell durch eine unbefiederte hellgraue Hautpartie am Schnabelgrund und buschige Hosen um die Beine.
LautäußerungenDer häufigste Ruf der
Saatkrähe ist ein tiefes und heiseres krra oder korr. Ratternde krrr Laute sind Zeichen der Aggressivität. Der Gesang ist als leises variables Schwätzen mit metallisch klingenden Elementen und Krächzlauten zu vernehmen.
NahrungDie
Saatkrähe ist – wie alle Rabenvögel – Nahrungs–Opportunist und ernährt sich etwa zu gleichen Anteilen von pflanzlicher und tierischer Nahrung. Ihre Hauptnahrung bilden Wirbellose und Sämereien. Regenwürmer, bodenbewohnende Insekte und deren Larven werden besonders gerne gefressen, aber auch Mäuse. An pflanzlicher Nahrung spielen vor allem Getreidekörner eine wichtige Rolle, zeitweise auch fleischige Früchte. Durch soziale Nahrungssuche kommt es zu vorübergehenden Konzentrationen auf lokal ergiebige Nahrungsangebote wie z. B. Saatgut.
LebensraumDie
Saatkrähe bevorzugt offene Landschaften mit Nistmöglichkeiten auf Baumgruppen. Es wird angenommen, dass die
Saatkrähe ursprüngliche ein Steppenbewohner gewesen ist. Heute sind Ackerböden, ausgedehnte Wiesen, Äcker, die Nähe von Ortschaften, und natürliche Baumbestände wichtige Strukturen in ihrem Lebensraum.
FortpflanzungDie
Saatkrähe brütet in Kolonien, die einige hundert Brutpaare umfassen können. Mitte März beginnt sie mit dem Nestbau in Baumkronen oder auch höherem Gebüsch. Als Material dienen Zweige, Reisig und weiches Pflanzenmaterial (z. B. Gras, Moos) zur Auspolsterung. Mitte März bis Ende April legt das Weibchen 2 bis 6 helle, graubraun gefleckte Eier. 16 bis 18 Tage später schlüpfen die Jungen. Während der Brut und Aufzucht versorgt das Männchen sowohl seine Partnerin als auch die Jungvögel mit Nahrung. Nach 32 bis 35 Tagen werden die jungen
Saatkrähen flügge und schließen sich zu Jugendschwärmen zusammen.
VerbreitungDas Verbreitungsareal der
Saatkrähe umfasst die borealen und gemäßigten Wüsten– und Steppenzonen der Paläarktis. Es reicht von Nordfrankreich und der Schweiz, sowie dem Süden Skandinaviens nach Osten bis weit nach Sibirien. Einzelne Verbreitungsinseln liegen in Großbritannien und Süd–Europa. In Mitteleuropa brütet die Art hauptsächlich im Tiefland und in Tallandschaften, seltener in Mittelgebirgen oder Hochlagen.
BestandDer europäische Gesamtbestand wird auf 10 bis 18 Millionen Brutpaare geschätzt, wovon etwa die Hälfte auf Russland entfällt. In Deutschland brüten zwischen 54.000 und 64.000 Paare. Die
Saatkrähe steht in einigen Bundesländern auf der Roten Liste.
GefährdungAls vermeintlicher Verursacher bedeutender landwirtschaftlicher Schäden sind
Saatkrähen immer wieder massiven Vernichtungsaktionen ausgesetzt, wenngleich neben der Getreidesaat auch viele Schädlinge wie Insekten und Mäuse auf ihrem Speiseplan stehen. Die gezielte Verfolgung durch den Menschen durch Abschuss, Vergiftung, Vernichtung von Nestern und Gelegen, Fällen der Horstbäume etc. hat ihrem Bestand gebietsweise stark zugesetzt. Darüber hinaus stellen Lebensraumzerstörungen wie die Vernichtung von Auwäldern und die Verringerung des Nahrungsangebots, z. B. durch Biozideinsatz und Saatgutbeize, weitere Gefährdungsfaktoren dar.
Maßnahmen zum SchutzDie wichtigste Schutzmaßnahme zur Erhaltung natürlicher
Saatkrähenbestände ist die Aufklärung der Bevölkerung, um die massive Verfolgung durch den Menschen zu stoppen. Darüber hinaus sollten strukturreiche, extensiv genutzte Kulturlandschaften mit großem Insektenreichtum erhalten und der Einsatz von Düngemitteln, Bioziden und Beizmitteln eingeschränkt werden.
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