Jugendseminar des VSK 2001
Der diesjährige Ausflug des Vogelschutzvereins Kefenrod stand unter dem Motto „Stimmen des Waldes”. Wieder einmal fand die Veranstaltung regen Zuspruch und alle Altersgruppen waren vertreten.
Diesmal ging es nach Breuberg im Odenwald. Die Jugendherberge war schon etwas Besonderes, denn sie befand sich in einer Burg. Die Feste Breuberg wurde im 12. Jahrhundert errichtet und ist heute Eigentum des Landes Hessen.
Samstag Morgen um 8.30 Uhr versammelten sich alle Teilnehmer am Backhaus. Neue und altbekannte Gesichter waren zu sehen und alle warteten darauf, dass es endlich losging. Das geschah dann auch, als es nämlich anfing zu regnen. Na hoffentlich würde das Wetter noch besser werden – aber wenn Engel reisen!!!
An der Burg angekommen, wurden Zimmer verteilt und die Sachen ausgepackt. Hier herrschte noch Zucht und Ordnung und männliche und weibliche Teilnehmer wurden in verschiedenen Fluren untergebracht.

Nach dem leckeren Mittagessen mussten wir leider feststellen, dass sich das Wetter nicht wesentlich gebessert hatte und so beschlossen wir, nach Aschaffenburg in ein Automuseum namens „Rosso Bianco” zu fahren. Hier gibt es die größte Sportwagensammlung der Welt zu sehen. Wer mehr darüber wissen will, kann unter
www.rosso-bianco.de im Internet Näheres nachlesen.
Nach dem Abendessen in der Jugendherberge unternahmen wir mit Wilhelm eine Nachtwanderung rund um die Burg. Mit Taschenlampen bewaffnet ging es los und Wilhelm wusste einiges über die nachtaktiven Tiere zu erzählen. Sie sind meist sehr scheu, haben aber gute Augen, ein gutes Gehör und einen ausgeprägten Geruchssinn. Als Beispiel nannte er unter anderem den Waldkauz; er lebt in Laub- und Mischwäldern oder offenen Flächen. Er ernährt sich von Mäusen, Ratten, Maulwürfen, Vögeln und Fröschen und brütet in hohlen Bäumen, Dachböden oder Kirchtürmen. So eine Nachtwanderung macht immer einen Riesenspaß.
Nun kam die erste Nacht und wir Betreuer hatten uns schon auf eine schlaflose eingestellt. Doch diesmal enttäuschten uns die Jugendlichen, denn es war im Gegensatz zu den vergangenen Jahren erstaunlich ruhig. Woran das lag, haben wir bis heute noch nicht herausgefunden, ob da was im Essen war – höchstwahrscheinlich?
Am nächsten Morgen schien das Wetter besser zu werden und die für den ersten Tag geplante Burgbesichtigung konnte stattfinden. Wir trafen uns mit dem Guide am Burgtor und er erzählte einiges über die lange Geschichte der Feste Breuberg. Die Herren von Breuberg waren eine angesehene Dynastie und durch Heirat mit einer Erbtochter aus Büdingen verlagerten sie ihre Macht und Interessen sogar bis in die Wetterau.
Im Museum werden die aus der Bevölkerung zusammengetragenen Ausstellungstücke des Handwerks ausgestellt und das Leben der Bevölkerung in den vergangenen Jahrhunderten dargestellt.
Nach dem Mittagessen fuhren wir in das Erlebnisbad Miramar nach Weinheim.
Diejenigen, die schon in Heidelberg dabei waren, kannten dieses Bad schon. Die Riesenrutschen sind hier die besondere Attraktion und waren nicht nur ein Spaß für die Kinder, auch den Raimund sah man ständig in der Schlange anstehen.
Abends stärkten wir uns bei Mac Donalds und fuhren dann nach Breuberg zurück.
Auch diese Nacht war wieder erstaunlich ruhig und wir wunderten uns nur einmal.
Der dritte Tag führte uns nach Würzberg. Hier gab es einen Naturpark mit Wildschweingehege und die Überreste eines römischen Bades zu besichtigen.
Zuerst wurden alle mit Antizeckenmittel versorgt und dann ging es los mit der Wanderung auf dem Waldlehrpfad. Wir lauschten den Vögeln und versuchten, die Stimmen zuzuordnen, Wilhelm erwies sich hier als Kenner. Vorbei an Ameisenhügeln und der hessisch – bayrischen Grenze kamen wir am Römerbad an. Hier konnte man die Überreste aus römischer Zeit bewundern. Nach einer kurzen Rast besuchten wir die Wildschweine. Wir hatten Glück, denn die Sau kam mit ihren Frischlingen bis an den Zaun und wir konnten sie füttern und beobachten. Die Kleinen waren gerade mal 4 Wochen alt und „voll süß”. Zum Abschluss unternahmen wir noch einen Abstecher ins schöne Erbach, bevor es zum Pizzaessen in die JH zurückging.
Für den Abend, die Walpurgisnacht, war ein Maifeuer geplant. Dank der Kooperation mit dem Herbergsvater konnten wir die Feuerstelle im Burggraben und das Holz nutzen und ein herrliches Feuer entfachen. Je dunkler es wurde, um so lustiger wurde es. Die „10-Jährigen” wurden geehrt, das waren Wilhelm Breetz, Raimund Freymann, Manfred Klosch und Sebastian Preusser. Sie mussten natürlich einen Hexentanz um das Feuer machen. Nun waren alle Neulinge dran, dann alle die, die im nächsten Jahr 10x dabei sind. Kurzum: zum Schluss hatte jeder eine Runde ums Feuer getanzt. Es wurde an diesem Abend viel gesungen und gelacht und alle hatten ihren Spaß.

Schade, nun mussten wir schon wieder die Sachen packen. Am Morgen durften wir den 25 m hohen Bergfried hinaufsteigen. Von hier aus hatte man einen herrlichen Ausblick in den Taunus, Spessart und die Neukircher Höhe.
Mittags fuhren wir dann in Richtung Heimat, machten aber noch einen Abstecher in die Grube Messel. Von einer Aussichtsplattform konnte man die riesige Ausgrabungsstätte einsehen. In der berühmten Fossilienfundstätte fanden die Wissenschaftler im letzen Oktober das Skelett eines trächtigen Urpferdchens. Weltweit gibt es nur drei vergleichbare Funde, doch dies ist der Schönste, so die Wissenschaftler. Auf Schautafeln war nachzulesen, wie die Grube entstanden ist und wie es dazu kam, dass man beispielsweise 49 Millionen Jahre alte Urpferdchen in diesem Zustand findet.
Müde und froh darüber, dass es im nächsten Jahr wieder einen Ausflug geben wird, fuhren wir nach Hause.
Wir, die Betreuer des VSK, freuen uns schon auf nächstes Jahr und hoffen, wieder viele Teilnehmer begrüßen zu dürfen. Es geht vom 9. – 12. Mai 2002 nach Bad Marienberg. Wer in diesem Jahr am Tagesausflug teilgenommen hat, weiß schon, wo das liegt. Raimund hat schon wieder einiges geplant und wir sind sicher, das wird wieder
SPITZE.
Text: Elli Preusser / Bilder: Elli Preusser und Raimund Freymann